Google braucht für Künstliche Intelligenz auf Deutsch länger

Ticker / 28.05.2021 • 07:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Google braucht für Künstliche Intelligenz auf Deutsch länger

Fortschritte bei der Entwicklung von Systemen mit Künstlicher Intelligenz sind nach Einschätzung von Google-Chef Sundar Pichai nicht alleine an die englische Sprache gebunden. In bestimmten Bereichen brauche aber selbst Google etwas Zeit, um Fortschritte beim maschinellen Lernen auch in Deutsch, Französisch oder Niederländisch umzusetzen, sagte Pichai.

Pichai hatte zuvor auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgeführt, wie Künstliche Intelligenz dazu verwendet wird, mit einem Computer in natürlicher Sprache kommunizieren zu können. Das dabei verwendete System LaMDA („Language Model for Dialogue Applications“) ist auf absehbare Zeit aber nur in Englisch nutzbar.

Pichai führte auf der Konferenz zwei Beispiele für einen natürlichen Dialog zwischen Mensch und Maschine vor: Die Software schlüpfte dafür erst in die Rolle des Planeten Pluto und dann eines Papierfliegers. Sie beantwortete dabei etwa Fragen danach, ob es schon Besucher auf dem Planeten gab oder wie weit das Papierflugzeug fliegen konnte.

Pichai betonte nun, es gehöre zum Anspruch von Google, mit seinen Diensten universell verfügbar zu sein. Beim Übersetzungsdienst Google Translate beispielsweise bewerte sein Unternehmen die Qualität in allen denkbaren Sprachkombinationen „gründlich und methodisch“. „Ich weiß, dass es einige Bereiche gibt, in denen wir im Rückstand sind. Manchmal haben wir nicht genügend Ressourcen für die Lokalisierung. Oder manchmal haben wir in bestimmten Sprachen nicht genug Trainingsdaten.“

Wichtig für Google sei es, bei Angeboten in verschiedenen Sprachen von Beginn an einen hohen Qualitätsanspruch zu erfüllen. „Es gibt für jede Sprache, in der wir etwas anbieten, eine Messlatte, die wir nicht reißen wollen.“ So sei es gelungen, die Browser-Software Chrome vom ersten Tag an in 40 verschiedenen Sprachen einzuführen.