Harte Europa-League-Gegner für LASK und WAC

APA Ticker / 30.08.2019 • 16:30 Uhr / 7 Minuten Lesezeit

Die Auslosung der Fußball-Europa-League-Gruppen hat Österreichs Vertretern harte Gegner beschert. Der LASK bekommt es in der Gruppe D mit Sporting Lissabon, PSV Eindhoven und Rosenborg Trondheim zu tun. Der WAC trifft im Pool J auf AS Roma, Borussia Mönchengladbach und Istanbul Basaksehir.

Der LASK hatte im Play-off gegen FC Brügge den Sprung in die Champions League verpasst, wurde aber in der Europa League in eine Gruppe gelost, die fast Königsklassen-Format hat. „Das ist eine schöne Gruppe mit namhaften Clubs mit Champions-League-Erfahrung. Ich erwarte hochwertige Spiele mit viel Intensität und hoffentlich viel Spannung. Wir sind in dieser Gruppe klarer Außenseiter“, stellte LASK-Trainer Valerien Ismael klar.

Die Rollen sind für ihn klar verteilt. „Wenn alles normal läuft, sind Sporting und Eindhoven die zwei Aufstiegsfavoriten“, sagte Ismael. Nach den guten Leistungen in der CL-Quali gehen die Oberösterreicher aber auch mit Selbstvertrauen in die Partien. „Es kann immer Überraschungen geben. Wir wollen die schwarz-weißen Farben hochhalten und unangenehm für die Gegner sein. Wir haben wichtige Erfahrung in der Champions-League-Qualifikation gesammelt und wollen die in die Europa League mitnehmen. Wir gehen immer ans Limit, egal gegen wen, dann werden wir sehen, wie viele Punkte wir erreichen“, so der LASK-Trainer.

Sporting und Eindhoven sind klar über den LASK zu stellen. Sporting, 2005 und 2011 im Finale der Europa League, ist 18-facher Meister und aktueller Cupsieger in Portugal und hat laut transfermarkt.at einen Kader mit einem Marktwert von rund 180 Mio. Euro. Der Club aus der Hauptstadt stand zuletzt aber im Schatten von FC Porto und Benfica Lissabon.

Noch höher eingeschätzt wird PSV mit Spielern im Wert von gesamt 195 Mio. Euro. Der Meistercupsieger von 1988 lieferte in der vergangenen Saison Ajax Amsterdam einen Titelkampf und hatte letztlich nur um drei Punkte das Nachsehen. Eindhoven erzielte dabei 98 Tore, verlor im Sommer aber die beiden Topstürmer. Luuk de Jong (28 Tore) wechselte um kolportierte 12 Mio. Euro nach Sevilla, Hirving Lozano (18 Tore) ging für 38 Mio. Euro zu Napoli. Als Ersatz erhielt Trainer Mark van Bommel um 15 Mio. Euro Bruma von RB Leipzig. Auf das Wiedersehen mit van Bommel, einst bei den Bayern Teamkollege von Ismael, freut sich der LASK-Trainer besonders.

PSV war bereits im August möglicher LASK-Gegner, die Niederländer verloren allerdings in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen den FC Basel, den die Linzer in der nächsten Runde ausschalteten. Im Europa-League-Play-off setzte sich Eindhoven aber gegen Austria-Bezwinger Apollon Limassol mit dem Gesamtscore von 7:0 klar durch. „Ein Vorteil bei Eindhoven ist, dass wir sie schon beim Basel-Spiel analysiert haben“, sage Ismael.

Am ehesten in Reichweite wird wohl Rosenborg sein. Der norwegische Rekordmeister war zwar bereits elfmal in der Gruppenphase der Champions League, der bisher letzte Auftritt ist allerdings schon zwölf Jahre her. In der laufenden Ganzjahresmeisterschaft rangiert der Titelverteidiger mit neun Siegen aus 19 Spielen nur auf Rang vier.

Der WAC bekommt es indes bei seiner Europa-League-Premiere somit nur mit Topgegnern zu tun. „Das wird eine Riesenchallenge für uns. Die Gruppe ist an Attraktivität nicht zu überbieten“, betonte Trainer Gerhard Struber nach der Auslosung im APA-Gespräch. „Ich freue mich irrsinnig für die Mannschaft. Die Jungs haben sich das mit unglaublichem Engagement erarbeitet. Roma ist ein sehr, sehr cooler italienischer Topverein. Und natürlich freue ich mich auf das Wiedersehen mit meinem ehemaligen Red-Bull-Salzburg-Kollegen“, erinnerte der 42-jährige Salzburger an die gemeinsame Zeit mit Marco Rose bei den „Bullen“. Der Deutsche wechselte im Sommer als Trainer nach Gladbach, Österreichs Teamspieler Stefan Lainer folgte ihm nach und zählt dort als Rechtsverteidiger bereits zu den Mannschaftsstützen.

Und auch gegen Basaksehir, angeblich der Lieblingsverein des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan, ist Österreichs Bundesliga-Dritter der Vorsaison klarer Außenseiter. Trotzdem möchte der WAC für die eine oder andere Überraschung sorgen. „Wir wollen gegen diese starken Gegner Topmomente liefern. Unser erklärtes Ziel ist es zu punkten“, bekräftigte Struber. „Wir freuen uns auf diese Gegner, die wir in jedem Spiel vor Probleme stellen wollen. Natürlich sind das alles ganz große Mannschaften, die auf uns zukommen, aber wir werden bis in die Haarspitzen motiviert sein, auch wenn das bei mir schwer ist“, meinte der glatzköpfige WAC-Coach mit einem Augenzwinkern.

Gladbach-Kapitän Lars Stindl bezeichnete Roma als „super Los“. „Vom Wolfsberger AC habe ich weniger gesehen. In unserem Trainer haben wir aber jemanden, der die Mannschaft bestens kennt. Er wird uns bestens auf das Spiel vorbereiten“, blickte der deutsche Internationale auch bereits den Duellen mit dem WAC entgegen.

Die Heimspiele müssen die Lavanttaler bekanntlich in Graz bestreiten, da im 30.000 Zuschauer fassenden Wörthersee-Stadion in Klagenfurt derzeit das Projekt „For Forest“ Europa-League-Matches unmöglich macht. Bis 27. Oktober steht dort ein Mischwald aus 299 rund 14 Meter hohen Bäumen auf dem Spielfeld. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass der WAC im Wörtherseestadion spielen kann. Niemand, nicht einmal die kühnsten Optimisten, haben zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung für die größte Kunstinstallation im öffentlichen Raum, ‚For Forest‘, geahnt, dass der WAC diesen historischen Erfolg schafft“, betonte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) neuerlich.

FPÖ-Landesparteichef Klubobmann Gernot Darmann sprach indes von einem „Tag der Blamage für die SPÖ-ÖVP-Landesregierung und die rot-schwarz-grüne Stadtregierung. Denn sie verhindern, dass die Fußballfeste des WAC im Klagenfurter Stadion stattfinden können.“ Dadurch verliere der WAC „Millioneneinnahmen, weil die Ausweicharena in Graz nur halb so groß“ wie das Wörtherseestadion sei. Bei internationalen Spielen beträgt die Kapazität der Arena in Liebenau maximal 15.400 Zuschauer.

Die Europa-League-Gruppenphase dauert von 19. September bis 12. Dezember 2019. Nur die Top 2 jeder Gruppe steigen in die K.o.-Phase auf.