Kunstmuseum Bern kann vorerst nicht saniert werden

Ticker / 15.06.2026 • 08:49 Uhr
Kunstmuseum Bern kann vorerst nicht saniert werden

Die Pläne für eine Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums Bern haben sich zerschlagen. Bei einer Volksabstimmung wurde der dafür notwendige Kredit mit einem Nein-Anteil von 51,8 Prozent abgelehnt. In der Abstimmung setzten sich die Gegner mit 214.493 zu 199.406 Stimmen durch. Die Beteiligung betrug 56,7 Prozent. Politiker aus den Reihen von SVP, EDU und GLP hatten das Referendum ergriffen. Sie kritisierten das “Luxusprojekt” und warnten vor einem “Fass ohne Boden”.

Vorgesehen war, das historische Gebäude von 1879 umfassend zu erneuern und den Erweiterungsbau von 1983 durch einen Neubau zu ersetzen. Die Gesamtkosten wurden auf 147 Millionen Franken (159,49 Mio. Euro) geschätzt, wovon der Kanton 81 Millionen Franken beitragen sollte. Den Rest sollten Private, Sponsoren und der Lotteriefonds beisteuern. Den weitaus größten Beitrag hatte der Berner Unternehmer und Kunstmäzen Hansjörg Wyss zugesichert. Die privaten Finanzierungsbeiträge waren allerdings nur für das sogenannte Projekt “Eiger” zugesagt.

Sanierungsbedarf bleibt

Nach dem Nein zum Projektierungskredit von 15,7 Millionen Franken beginnt die Planung wieder neu, denn der Handlungsbedarf ist unbestritten. Die Haustechnik ist veraltet, die Dächer und Fassaden sind in die Jahre gekommen, die Kunstwerke drohen Schaden zu nehmen. Ohne Sanierung könnten die Unterhaltskosten in die Höhe schießen.

“Die Stiftung Kunstmuseum Bern nimmt den Entscheid der Stimmbevölkerung zur Ablehnung des Projektierungskredits bedauernd zur Kenntnis. Das Abstimmungsresultat macht deutlich, dass die Finanzierung von der Bevölkerung kritisch beurteilt wurde, nicht jedoch das Kunstmuseum. Der Sanierungsbedarf des Museums bleibt bestehen”, hieß es am Sonntag seitens des Museums. “Die baulichen und betrieblichen Herausforderungen müssen angegangen werden, um mittelfristig den Betrieb, sowie langfristig den Erhalt des Museums sicherzustellen.”