Mette-Marits Sohn zu vier Jahren Haft verurteilt

Ticker / 15.06.2026 • 14:51 Uhr

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Oslo befand den 29-Jährigen am Montag wegen zwei der vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen und anderer Vergehen schuldig. Høibys Verteidiger kündigten Berufung gegen die Verurteilung wegen Vergewaltigung sowie wiederholter Gewalt gegen eine seiner früheren Freundinnen an.

Wegen nicht näher bezeichneter gesundheitlicher Beschwerden war Høiby bei der Urteilsverlesung nicht persönlich anwesend, sondern aus dem Gefängnis per Video zugeschaltet. Er wurde in insgesamt 34 der 40 Anklagepunkte schuldig gesprochen, darunter auch Drogen- und Verkehrsdelikte.

Das Urteil trifft Høiby und seine Mutter in einer schwierigen Zeit: Mette-Marit, bei der 2018 eine seltene Form der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose diagnostiziert worden war, wartet derzeit auf eine Spenderlunge. Der Gesundheitszustand der 52-Jährigen hatte sich jüngst deutlich verschlechtert. Høibys Verteidiger waren dennoch mit dem Antrag gescheitert, seinen Mandanten vor der Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

Schwerwiegende Vorwürfe

Høiby hatte vom 3. Februar bis zum 19. März wegen 40 Anklagepunkten vor Gericht gestanden, unter anderem wegen der Vergewaltigung von vier Frauen in den Jahren 2018 bis 2024, die zum Tatzeitpunkt schliefen oder bewusstlos waren. Vor den Vergewaltigungen hatte Høiby Alkohol und Drogen konsumiert. Den Taten waren jeweils einvernehmliche sexuelle Kontakte vorausgegangen.

Eine der Vergewaltigungen, derentwegen Høiby nun verurteilt wurde, hatte er nach Angaben des Gerichts 2018 in Skaugum, der Residenz des norwegischen Kronprinzenpaars, begangen. Zudem wurde dem 29-Jährigen zur Last gelegt, mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben.

Eine Influencerin schilderte vor Gericht, Høiby habe in seiner früheren Beziehung zu ihr eine “Schreckensherrschaft” mit körperlicher und psychischer Gewalt ausgeübt. Høiby räumte in dem Prozess ein, dass er aus Eifersucht manchmal den Kopf verliere.

Berufung angekündigt

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft für Høiby gefordert. Seine Verteidiger verlangten dagegen Freispruch bei den am schwersten wiegenden Anklagepunkten. Sie sprachen sich für eine Strafe von eineinhalb Jahren Haft für die weniger schweren Straftaten aus. Høiby hatte in dem Prozess den Transport von 3,5 Kilogramm Marihuana sowie körperliche Übergriffe und Drohungen eingeräumt.

Nach einem Besuch bei Høiby im Gefängnis kündigte sein Anwaltsteam am Montag an, gegen dessen Verurteilung wegen Vergewaltigung und Gewalt gegen eine seiner Ex-Freundinnen in Berufung zu gehen. Staatsanwalt Sturla Henriksbö bezeichnete das Urteil hingegen als “lang und ernst”, aber “der Schwere der Vergehen angemessen”. Das Urteil sei “ein Sieg für unser Rechtssystem, das zeigt, dass niemand über dem Gesetz steht, egal wer man ist und zu welcher Familie man gehört”, sagte der Staatsanwalt.

Gehört nicht dem Königshaus an

Høiby ist Mette-Marits Sohn aus einer früheren Beziehung vor ihrer Ehe mit Kronprinz Haakon im Jahr 2001. Er war bei der Hochzeit vier Jahre alt. Dem Königshaus gehört Høiby nicht formell an. Einem geregelten Beruf geht der 29-Jährige nicht nach. Norwegischen Medien zufolge fiel er hingegen wiederholt durch Kontakte zu kriminellen Kreisen auf.

“Ich bin hauptsächlich als der Sohn meiner Mutter bekannt, für nichts anderes”, hatte Høiby am zweiten Tag seines Prozesses gesagt. “Deshalb hatte ich ein extrem großes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol niedergeschlagen.”

Mette-Marit geriet in den vergangenen Monaten nicht nur wegen ihres ältesten Sohnes und ihrer Krankheit in die Schlagzeilen, sondern auch wegen ihrer jahrelangen Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Dies brachte auch das norwegische Königshaus unter Druck.