Österreicher sehen Sitz im UN-Sicherheitsrat positiv

Ticker / 10.06.2026 • 13:00 Uhr
Österreicher sehen Sitz im UN-Sicherheitsrat positiv

Vor einer Woche hat sich Österreich im Ringen um einen nicht-ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat für 2027/28 gegen Deutschland durchgesetzt. 76 Prozent der Bevölkerung wissen davon, wenngleich nur 38 Prozent diese Entscheidung persönlich “sehr positiv” oder “eher positiv” bewerten. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsinstituts Market, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. 42 Prozent messen laut Erhebung “dem Erfolg über Deutschland” keine wirkliche Bedeutung zu.

In der Befragung stimmten 43 Prozent der Auffassung zu, dass Österreich gut geeignet sei, die Interessen kleiner Staaten in dem Gremium zu vertreten. Für gut die Hälfte ist die Mitgliedschaft grundsätzlich mit der Neutralität Österreichs vereinbar.

Für 29 Prozent hat Mitgliedschaft keine Bedeutung

58 Prozent schlossen sich der Ansicht an, dass Österreich “seine Ressourcen eher für nationale als für internationale Aufgaben einsetzen” sollte. Dennoch zeigten sich 38 Prozent erfreut, dass man den Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten hat, für 29 Prozent spielt es keine Rolle, 23 Prozent sehen es negativ. Am größten ist die Gruppe der Kritiker bei den FPÖ-Anhängern. 40 Prozent äußerten sich negativ. Überdurchschnittlich hoch fiel die Zustimmung bei den Anhängern von NEOS (78 Prozent), Grünen (72 Prozent), ÖVP (66 Prozent) und SPÖ (53 Prozent) aus.

Was den Nutzen für das eigene Land angeht, sind die Erwartungen nicht übermäßig groß. In erster Linie stärke die Mitgliedschaft die internationale Bedeutung Österreichs, dieser Behauptung stimmten 46 Prozent zu. Mit einem wirtschaftlichen Vorteil rechnen 32 Prozent. Mehr als die Hälfte schloss sich der Meinung an, gerne mehr über die Ziele der Einrichtung erfahren zu wollen, und 36 Prozent fühlen sich generell nicht ausreichend über die Aufgaben des UN-Sicherheitsrates informiert.