Online-Shopping gehört zum Alltag, außer bei Lebensmitteln

Ticker / 10.03.2026 • 12:02 Uhr
Online-Shopping gehört zum Alltag, außer bei Lebensmitteln

Am Anfang war das Buch, mittlerweile stehen Bekleidungs- und Sportartikel im Vordergrund. Die Rede ist von Warengruppen, die in Österreich am häufigsten online eingekauft werden. Kauften 2005 erst 7 Prozent der heimischen Konsumenten Kleidung oder Sportartikel im Internet ein, waren es 2025 bereits 52 Prozent. Der Online-Lebensmitteleinkauf kommt hingegen auch nach 20 Jahren nicht vom Fleck. Die Österreicherinnen und Österreicher shoppen lieber Arznei- als Lebensmittel.

Das zeigt eine Erhebung der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). Im vergangenen Jahr bestellten demnach 23 Prozent der heimischen Konsumentinnen und Konsumenten online rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, aber nur 11 Prozent kauften Lebensmittel via Internet ein. Auch der kontinuierliche Rückzug der Supermarktketten aus dem Onlinegeschäft zeugt davon. 2005 bestellten 2 Prozent der Konsumenten Lebensmittel online, eine Dekade später waren es 9 Prozent. Seither hat sich der Markt nicht wesentlich nach oben bewegt.

Online-Shopping-Affinität ist in anderen EU-Ländern größer

Verglichen mit den Bürgerinnen und Bürgern anderer EU-Länder sind die Menschen hierzulande eher Onlinemuffel. Während der Anteil der Online-Einkäuferinnen und -Einkäufer (an allen Konsumenten zwischen 16 und 74 Jahren) in Österreich bei 73 Prozent liege, mache er in Irland bereits 95 Prozent aus, in den Niederlanden 94 Prozent, so JKU-Handelsforscher Ernst Gittenberger laut einer Aussendung. In Deutschland liegt er bei 81 Prozent.

In der 20-Jahres-Betrachtung hat sich die Zahl der Online-Shopperinnen und -Shopper in Österreich auf rund 5,0 Millionen verdreifacht, die Online-Ausgaben absolut betrachtet von 1,5 Mrd. Euro im Jahr 2006 auf 9,8 Mrd. Euro im Vorjahr mehr als versechsfacht.

Im Jahr 2005 zählten Bücher und Zeitschriften noch zu den am häufigsten via Internet gekauften Produkten, bereits zu Beginn der 2010er-Jahre haben ihnen Bekleidung und Sportartikel den Rang abgelaufen.