Bodentruppen greifen letztes Rebellengebiet Syriens an

Ticker / 06.05.2019 • 14:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bodentruppen der syrischen Regierung haben den Süden des letzten großen Rebellengebiets um die Stadt Idlib angegriffen. Einheiten der syrischen Armee hätten Stellungen von „Terrorgruppen“ ins Visier genommen, meldete die staatliche syrische Agentur Sana am Montag. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von heftigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen.

Demnach konnten die Anhänger von Präsident Bashar al-Assad einen ersten Ort einnehmen. Jets hätten das Gebiet aus der Luft bombardiert. Die Rebellen wiederum teilten mit, sie hätten den Angriff zurückgeschlagen und mindestens zehn Gegner getötet.

Syriens Regierung und ihr Verbündeter Russland hatten in den vergangenen Tagen bereits die heftigsten Luftangriffe seit Monaten geflogen. Am Sonntag bombardierten russische Jets Aktivisten zufolge auch eine Klinik in dem Ort Has, die den Betrieb einstellen musste. Dabei wurden nach Angaben der Aktivisten mindestens neun Zivilisten getötet worden, darunter zwei Kinder. Die russische Luftwaffe bombardierte demnach drei Spitäler im Nordwesten Syriens.

Über das Ausmaß der Schäden sei jedoch noch nichts bekannt, erklärt die Beobachtungsstelle. Die in Großbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten aus Syrien. Ihre Angaben sind für Medien nur schwer überprüfbar.

Nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg ist die Region rund um die Stadt Idlib das letzte große Rebellengebiet Syriens. Kontrolliert wird sie im Wesentlichen von der Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS), die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahesteht. Syriens Regierung und Russland argumentieren, sie bekämpften dort Extremisten.

Helfer warnen zugleich vor einer humanitären Katastrophe, sollte die Gewalt eskalieren. In der Region um Idlib leben rund drei Millionen Menschen, etwa die Hälfte von ihnen Flüchtlinge aus anderen Gebieten.