Staatsanwältin nach Einstellung in Pilnacek-U-Ausschuss

Ticker / 13.06.2026 • 05:00 Uhr
Staatsanwältin nach Einstellung in Pilnacek-U-Ausschuss

Der Untersuchungsausschuss zur Causa Pilnacek hat durch die Einstellung des Verfahrens zum Tod des Justiz-Sektionschefs an Brisanz gewonnen: Am Mittwoch ist die mit dem Fall betraute Eisenstädter Staatsanwältin als Auskunftsperson geladen. Spannend dürfte auch die Befragung von Bundespolizeidirektor Michael Takacs werden, der laut anfänglichen Aussagen einer Vertrauten Pilnaceks zur Vernichtung des Laptops des Verstorbenen geraten haben soll. Sie revidiert die Aussagen.

Erst am Freitag teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt mit, das Verfahren zum Ableben Pilnaceks nicht fortzuführen. Das Vorhaben wurde durch die Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien und das Justizministerium geprüft und genehmigt. Begründet wurde die Einstellung damit, dass es keine maßgebliche Änderung der Beweislage gegeben habe. Das Verfahren war von der OStA Wien der Staatsanwaltschaft Krems an der Donau entzogen und an Eisenstadt übertragen worden, um jeglichen Anschein einer Befangenheit zu verhindern.

Takacs hatte Kontakt zu Vertrauter

Nach der Staatsanwältin steht als zweite Auskunftsperson ein weiterer prominenter Name auf der Ladungsliste: Takacs hatte am Todestag telefonischen Kontakt mit einer Mitbewohnerin Pilnaceks im Haus im niederösterreichischen Rossatz, das der Verstorbene vor seinem Tod verlassen hat. Die einstige Mitarbeiterin von Ex-Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hatte anfänglich berichtet, der Bundespolizeidirektor habe ihr geraten, den Laptop “verschwinden” zu lassen. Später nahm sie diese Aussagen aber wieder zurück.

Um die polizeiliche Weisungskette nach dem Auffinden von Pilnaceks Leichnam in einem Seitenarm der Donau geht es am zweiten Tag der Befragungen, dem Donnerstag. Hier arbeitet sich der U-Ausschuss in der Hierarchie hoch: Als erste Auskunftsperson ist Franz Popp, Landespolizeidirektor in Niederösterreich, geladen. Ihm folgt am Nachmittag der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf. Vor den beiden hohen Beamten waren bereits etliche mit dem Fall betrauten Polizisten geladen.

Externe Gutachter Woche darauf

Auch die Woche darauf könnte Aufschlussreiches zum Tod Pilnaceks bergen. Geladen sind etwa zwei Gutachter, die nicht von den offiziellen Ermittlern und Ermittlerinnen, sondern vom Buchautor Peter Pilz beauftragt worden waren und dessen Spekulationen bestätigen hätten sollen.