Teresa Stadlober muss Skiathlon verkühlt auslassen

APA Ticker / 22.02.2019 • 16:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Die nach einer durchwachsenen Saison ohnehin nicht besonders großen Medaillenchancen von Langläuferin Teresa Stadlober bei der Heim-WM sind weiter gesunken. Die 26-Jährige musste ihren Start im Skiathlon am Samstag wegen einer leichten Verkühlung als Vorsichtsmaßnahme im Hinblick auf die weiteren beiden Rennen in der kommenden Woche absagen.

Die Salzburgerin war bereits Anfang des Jahres mit einer Nebenhöhlenentzündung länger ausgefallen. Nach ihrem Weltcup-Comeback vergangenes Wochenende in Cogne mit Rang acht über 10 km laborierte sie Anfang dieser Woche an einer Atemwegsreizung. Diese Beschwerden klangen zwischenzeitlich ab, auf einen Belastungstest am Donnerstag folgte nun aber die Verkühlung.

„Beim heutigen Training habe ich mich nicht gut gefühlt. Leider hat sich eine leichte Verkühlung eingeschlichen, weswegen ich nicht an den Start gehen werde“, wurde die Radstädterin in einer ÖSV-Aussendung am Freitag zitiert. Der Startverzicht sei eine Vorsichtsmaßnahme. „Für mich macht es keinen Sinn, so beim Skiathlon zu laufen, weil ich die nächsten Einsätze bei der WM nicht gefährden will. Es ist für mich sehr schade und bitter, mein erstes Rennen unserer Heim-WM zu verpassen, aber ich bin zuversichtlich, für das Einzel und den Dreißiger fit zu werden.“

ÖSV-Langlaufchef Markus Gandler berichtete, dass Stadlober keine akuten Erkältungssymptome habe, ihr aber die nötige Energie für eine Topleistung am Samstag fehle. „Sie hat es schon in der Früh gespürt, war bei der Teamärztin, hat es im Training trotzdem probiert, aber gemerkt, die Energie ist nicht da, für einen Wettkampf, den man bei einer WM braucht.“

Man könne den eigenen Körper eben nicht überlisten, deshalb müsse man Stadlober jetzt die nötige Ruhe und Regenerationszeit geben. „Die Energie ist nicht da, wenn sie das gestrige Training nicht verkraftet hat, dann weiß sie ganz genau, sie braucht nicht in ein Rennen gehen, das ihr womöglich die nächsten zwei kosten könnte. Das Herausnehmen ist jetzt das Wichtige“, erläuterte Gandler.

In Absprache mit Stadlobers Vater Alois sei man zur Einsicht gekommen, dass der Skiathlon keinen Sinn mache. „Da musst du die Reißleine ziehen und sagen, es gibt noch zwei Chancen, und da ist alles möglich.“

Gandler gibt sich für das 10-km-Rennen am Dienstag und den abschließenden Skating-Massenstart (30 km) optimistisch, weiß aber auch, dass die Situation schwierig ist. „Es relativiert sich, aber trotzdem, sie hat eine gewisse Klasse. Wer diese Klasse hat, der hat sie dann auch bald wieder“, so Gandler. Er könne freilich nicht voraussagen, ob sie am Dienstag antreten wird können. „Wir werden Tag für Tag schauen und hoffen, dass der Schuss nicht noch weiter nach hinten los geht.“

Der Startverzicht seine für seine Tochter eine Riesenenttäuschung, sagte Alois Stadlober im ORF-Fernsehen. „Es gibt fast nichts Schlimmeres für einen Sportler, wenn du dich freust, gut vorbereitet bist und dann nicht starten kannst. Sie war am Boden zerstört“, sagte Stadlober. Teresa habe aber selbst eingesehen, dass sie nicht bereit sei, eine Topleistung abzurufen.

Nun gelte es, sie wieder aufzurichten und mit bestmöglichen Therapiemaßnahmen an der Genesung zu arbeiten. „Sie darf nicht hadern und muss sich wieder fokussieren“, so der Ex-Langläufer. Die Teilnahme an den nächsten Rennen sei jedenfalls möglich. „Wir sind guter Dinge. Bis zum 30er sind es noch acht Tage.“