Trump: Abkommen mit dem Iran binnen Tagen
US-Präsident Donald Trump hat den Abschluss einer Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs in den nächsten Tagen in Aussicht gestellt. “Wir befinden uns in den letzten Zügen dessen, was ein sehr, sehr gutes Abkommen sein wird”, sagte Trump am Dienstag. Er halte den Abschluss der Verhandlungen in den kommenden “zwei oder drei Tagen” für möglich. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen einen neuen Iran-Krieg begonnen.
Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golf-Staaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe. In der Nacht auf Montag hatten Israel und der Iran erstmals seit Beginn der Feuerpause wieder Angriffe aufeinander gestartet. Im Verlauf des Tages verkündeten dann beide Länder, dass die Kampfaktionen vorerst wieder eingestellt worden seien. Die Gespräche über ein dauerhaftes Ende des Krieges waren zuletzt ins Stocken geraten.
Trump warnt Israel
Nach der neuen, kriegerischen Eskalation haben beide Seiten im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen gedroht. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bestätigte die Feuerpause in einer Videobotschaft. Sollte jedoch der Iran einen Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man mit aller Härte reagieren, warnte er am Montagabend.
Zudem sei Israels Konflikt mit dem Iran und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon noch nicht beendet. Beide hätten in den vergangenen 24 Stunden versucht, Israel eine “neue Gleichung” aufzuzwingen. “Sie dachten, sie könnten von libanesischem und iranischem Gebiet auf Israel schießen und dass wir nicht reagieren.” Dies sei inakzeptabel und werde nicht passieren, betonte Netanyahu.
Trump sagte dem israelischen TV-Sender N12 am Montag, er habe Netanyahu während eines Telefongesprächs gewarnt, dass Israel im Falle einer Ausweitung der Angriffe zu einem größeren regionalen Krieg möglicherweise isoliert dastehen könnte. In Israel hatten sich Befürchtungen gemehrt, dass Trump dem Iran für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs zu große Zugeständnisse machen könnte.
Israel und der Iran hoben indes nach dem Stopp der jüngsten Kampfhandlungen Beschränkungen in den eigenen Ländern wieder auf: Die Schulen sollten heute in Israel wieder normal geöffnet werden, Teheran hob Einschränkungen des Flugverkehrs auf. Auch der Irak und Syrien öffneten ihren Luftraum wieder.
Drohne aus dem Jemen abgefangen
Unterdessen fing die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben in der Nacht über dem Süden des Landes eine Drohne aus dem Jemen ab. Der Vorfall im Luftraum über der Stadt Eilat am Roten Meer sei abgeschlossen, teilte das Militär auf der Plattform X mit. Die Streitkräfte machten keine Angaben dazu, welche Gruppe sie für den Drohnenangriff verantwortlich machten.
Die mit dem Iran verbündete Houthi-Miliz im Jemen hatte am Montag einen Angriff auf Israel mit mehreren Raketen für sich beansprucht. Es war der erste direkte Angriff der Houthi auf Israel seit Anfang April – offenbar ausgelöst durch die gegenseitigen Angriffe Israels und des Iran.
Erste gegenseitige Angriffe seit zwei Monaten
Am Sonntag hatte die israelische Armee als Reaktion auf Raketenangriffe der Hisbollah auf den Norden Israels Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Der mit der Hisbollah verbündete Iran feuerte daraufhin erstmals seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel ab. In mehreren Angriffswellen seien mehr als 20 ballistische Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden, hieß es aus israelischen Armeekreisen.
Das israelische Militär flog daraufhin mehrere Angriffe auf den Iran. Die Armee sprach von einem “groß angelegten Angriff”. Dutzende israelische Kampfflugzeuge hätten dabei “strategische Verteidigungssysteme” der iranischen Führung ins Visier genommen. Im Südwesten des Irans sei zudem eine Anlage der petrochemischen Industrie angegriffen worden.
Iran warnt vor weiteren Angriffen Israels im Libanon
Am Nachmittag erklärte die iranische Militärführung dann ihre Angriffe gegen Israel für beendet. Sollten die Kampfhandlungen aber weitergehen, darunter Israels Angriffe im Südlibanon, würden “härtere und vernichtendere Maßnahmen als bisher” erfolgen, drohte Irans militärisches Hauptquartier Khatam al-Anbiya.
Im Libanon wurden die israelischen Angriffe unterdessen fortgesetzt. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete erneut mehrere Angriffe im Süden des Landes. Ein israelischer Luftangriff traf demnach ein Fahrzeug, dabei seien mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Hisbollah wiederum reklamierte erneut mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich.