Tschechischer Präsident Zeman aus Krankenhaus entlassen

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Der tschechische Präsident Milos Zeman ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das berichtete die Agentur CTK am Samstag. Der 77-jährige Dreifach-Geimpfte war nach Angaben des Militärkrankenhauses in Prag wegen eines positiven Coronatests mit Antikörpern behandelt worden, zeigte aber keine Krankheitssymptome. Zuvor war Zeman bereits eineinhalb Monate lang wegen Komplikationen einer seiner chronischen Erkrankungen in der Klinik gewesen.

Es wird erwartet, dass der Sieger der Parlamentswahl vom Oktober, der Konservative Petr Fiala, nun wie geplant am Sonntag um 11.00 Uhr zum Ministerpräsidenten ernannt werden kann. Der Vorsitzende der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) soll in Schloss Lany bei Prag die Ernennungsurkunde entgegennehmen. Wie die Zeremonie ablaufen soll, ist noch unklar, da Zeman sich eigentlich für 14 Tage in Corona-Quarantäne begeben muss.

Das Präsidialamt bereitet derzeit die Form der Ernennungszeremonie vor, die den Quarantäne-Vorschriften entsprechen soll. Nach Ansicht des Gesundheitsministers Adam Vojtech (ANO) kann Fiala jedenfalls nicht persönlich von Zeman ernannt werden.

Zeman wird in Lány wieder von der Pflegefirma Senior Home Group betreut, die sich seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am Donnerstag um den Präsidenten kümmert. Nach Angaben eines Mitglieds der Unternehmensleitung forderte die Firma am Donnerstag einen Coronavirus-Test bei Zeman an, weil der Präsident Kontakt zu einer infizierten Person hatte.

Das nördliche Nachbarland mit 10,7 Mio. Einwohnern hat am Freitag einen neuen Tagesrekord an Neuinfektionen gemeldet – 27.717. Die Krankenhäuser füllen sich mit immer mehr Covid-Patienten. Die 14-Tage-Inzidenz wurde am Samstag mit 2.081 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner angegeben und liegt damit leicht höher als jene in Österreich.