Väter laut Momentum am häufigsten im Sommer in Karenz

Elternkarenz ist in Österreich immer noch hauptsächlich Frauensache. Der Männeranteil an Personen in Kinderauszeit liegt bei 18,8 Prozent. Auffällig ist auch, wann Männer in Karenz gehen – nämlich am häufigsten in den Sommermonaten, wie das gewerkschaftsnahe Momentum Institut anlässlich des Vatertags am Sonntag analysierte. Von 2008 bis 2025 waren in den Monaten Juni, Juli und August im Schnitt 3.450 Väter in Karenz. In den übrigen Monaten waren es mit 2.800 deutlich weniger.
Am beliebtesten ist der Juli – 3.620 Väter waren dann im Schnitt in Karenz. Am unbeliebtesten sind hingegen Oktober, November und Dezember, dann waren es durchschnittlich zwischen 2.590 und 2.760 Väter. Bei Müttern zeigt sich dieses saisonale Muster nicht: In den Sommermonaten bezogen im Schnitt 73.560 Frauen Kinderbetreuungsgeld, in den restlichen Monaten mit 74.700 sogar etwas mehr. Das Institut zitiert dabei Daten des Sozialministeriums.
Diverse mögliche Gründe
Das sei kein österreichisches Phänomen, sagte Momentum-Ökonomin Sophie Achleitner zur APA. Dass Männer eher im Sommer in Karenz gehen, könne vielfältige Gründe haben – etwa, dass sich Väter dadurch den Sommerurlaub verlängern wollen oder es im Schwimmbad netter sei; aber auch, dass es im Sommer an Kinderbetreuungsangeboten mangelt. Es stelle sich jedenfalls die Frage, ob diese Zeit tatsächlich für die Kinderbetreuung genutzt wird.
Laut dem Wiedereinstiegsmonitoring der Arbeiterkammer gab es 2017 mit 20,4 Prozent einen Höchststand bei der Väterbeteiligung. Nach einem Absinken steigt der Wert seit 2021 wieder. Die neuesten Daten stammen von 2023, damals lag der Anteil bei 18,8 Prozent. Nur neun Prozent der Männer, die in Karenz gehen, tun das länger als sechs Monate. Insgesamt ist das laut Momentum Institut bei nicht einmal einem Prozent der Paare der Fall. Der Think Tank spricht sich daher für eine verpflichtende Väterkarenz und eine Arbeitswelt aus, in der diese selbstverständlich ist.