So gut ist der neue X7 von BMW

Mobilität / 19.10.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Komfortabler Hochsitz: Der großspurige BMW-SUV X7 gibt den schubkräftigen Raumstifter. VN/STIPLOVSEK

Der BMW X7 zelebriert mit Masse und Klasse die Autorität auf dem Asphalt.

Hans Günter Pellert

BMW Wucht. Kraft. Macht. Das sind Schlagworte, die den neuen BMW X7 in seiner Dimension am besten beschreiben. Mit dem großspurigen SUV, produziert in den USA, gehen die Münchner Autobauer jetzt auch für Europa eine Nummer höher und stellen ausgiebig zur Schau, was Masse und Klasse auf vier Rädern ausmachen kann. Ein freundlicher Gruß geht an der Stelle indes schnell noch an das Ökogewissen, das wir weiter fortfahrend dann doch lieber einmal ausblenden.

Der X7 streckt seine imposante Nase geradezu prahlerisch in den Wind und signalisiert einem unmissverständlich, dass er gleichsam der neue Big Boss in Sachen Autorität auf dem Asphalt sein will. Im Gleichklang aus Komfort und Dominanz will der Hochsitzbrummer mit 5,15 Meter Außenlänge seinen herrschaftlichen Anspruch unterstreichen.

In der Tat ist der Hochbeiner in Konfektionsgröße XXL eine Herausforderung, gerade in urbaner Umgebung.

Durch die 2-Meter-Breite bedarf es im Stadtgedränge schon einer gewissen Courage, um an Bussen oder Lkw vorbeizuziehen, die breiter als ihre eigene Spur sind. Und in Tiefgaragen älterer Bauart ist man froh um solche Technikjoker wie die Allradlenkung sowie den Rückfahrassistenten oder die 360-Grad-Surround-View-Camera, die einem prima Dienste leisten, um Dellen oder Kratzer im Lack zu vermeiden.

Das Luxusambiente mit feinsten Materialien zieht sich im X7 durch alle Reihen.

Der „Gentle Giant“ mit seinem enormen Radstand von über drei Metern ist vor allem als luxuriöses Reisemobil gedacht. Vorne wie hinten herrscht auf den Plätzen – mit leichten Einschränkungen in dritter Reihe – eine fürstliche Bewegungsfreiheit, schon die erste Sitzprobe geht nicht zuletzt infolge der Massagefunktion des Ledergestühls in ein Wohlgefühl über. Durch so feine und ebenso teure Annehmlichkeiten wie Luftfederung samt Niveauregelung und Adaptivdämpfersystem wuchtet sich der X7 zum Komfortkönig auf. So lässt es sich auf langen Etappen rückenschonend reisen und schließlich auch entspannt aussteigen.

Die Kohorten an Komfort- und Sicherheitsfeatures, die von der 5-Zonen-Climatronic sowie Stand-, Lenkrad-, Armauflage- und Sitzheizung über den Anti-Wank-Assistenten und Stauschlauberger bis hin zur Regelelektronik für teilautonomes Fahren reichen, sind prima Wegbegleiter. Genauso beeindruckend ist im Digitalcockpit das topmoderne BMW-Infotainmentsystem mit Sprach- und Gestensteuerung. Indes kommt man sich als X7-Pilot zwischen dem ausladenden Armaturenträger und dem massiven Mitteltunnel schon etwas eingekreist vor.

Dafür passt die Mitnahme. Unter die elektronische Heckklappe passen je nach Sitzkonfiguration zwischen 326 und 2120 Liter Ladegut. Ein schubkräftiger Verbündeter ist im X7, der knapp 2,4 Tonnen auf die Waage bringt, das 6-Zylindertriebwerk, das aus drei Litern Hubraum 340 PS schöpft. Der Turbobenziner bringt die Leistung in Kombination mit Allradantrieb und 8-Stufen-Automatik souverän auf die Straße. Kurzum: Der BMW-Brummer ist eine Wucht und das indes leider auch beim Preis.

FAKTEN UND DATEN

Motor/Antrieb: 6-Zylinder-Turbobenziner, 340 PS, 450 Nm bei 1500 – 5200 U/min, Allrad, 8-G-Steptronic

Fahrleistung/Verbrauch: 0 – 100 km/h: 6,1 Sek., Spitze: 245 km/h, Norm: 8,7 l (198g CO2/km), Test: 9,5 l

Preis: Grundpreis: 104.150 Euro, Testwagen: 139.132 Euro