Wohin die meisten Dienstreisen der Landesregierung führen

Flugzeug, Zug oder Dienstwagen: Eine Anfrage von VN und VOL.AT legt offen, wie die Vorarlberger Landesregierung im vergangenen Jahr auf Dienstreise ging.
Rund 600 Kilometer trennen Bregenz und Wien – für Vorarlbergs Landesregierungsmitglieder bedeutet das bei Dienstreisen in die Bundeshauptstadt den längsten Anreiseweg gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern. 16 Mal nahmen sie im vergangenen Jahr diese Strecke auf sich, wie aus einer Anfrage von VN und VOL.AT an das Land hervorgeht. Damit ist Wien klarer Spitzenreiter der Dienstreiseziele. Landeshauptmann Markus Wallner (58) reiste sechsmal in den Osten und wählte dabei ausnahmslos das Flugzeug. Parteikollegin Martina Rüscher (53) setzte auf die Weststrecke: Von fünf Wien-Terminen absolvierte sie vier mit dem Zug, jeweils in der ersten Klasse.
Auch Christian Gantner (45) wählte bei Dienstreisen häufig die Schiene und fährt dabei meist in der zweiten Klasse, nach Wien bevorzugte er allerdings den Flieger.
Barbara Schöbi-Fink (65) reiste zu Terminen in Wien mit der Bahn; nach Tirol, Salzburg und in die Steiermark nutze sie das Dienstfahrzeug. Marco Tittler (49) hingegen nutzte für seine Dienstreisen ausschließlich das Dienstfahrzeug, musste damit allerdings nie bis nach Wien fahren.
Deutlich seltener unterwegs waren die beiden FPÖ-Regierungsmitglieder. Landesrat Daniel Allgäuer (61) nahm lediglich einmal an einer Dienstreise teil, als Mitfahrer zur Landesenergiereferentenkonferenz nach Wien. Landesstatthalter Christof Bitschi (34) absolvierte zwei Reisen mit dem Dienstwagen: zur Familien- sowie zur Verkehrsreferentenkonferenz.
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Insgesamt gab es acht Auslandsdienstreisen, die überwiegend nach Brüssel (viermal) führten, daneben nach Berlin (zweimal) sowie jeweils einmal nach Stuttgart und Südtirol. Der Großteil dieser Auslandsreisen entfiel auf Landeshauptmann Wallner. Teurer als Inlandsflüge waren die Auslandsflüge dabei nicht: Während Flüge nach Wien für beide Richtungen meist zwischen rund 600 und 800 Euro kosteten, lagen die Flugkosten ins Ausland darunter oder entfielen – etwa bei Brüssel-Terminen aufgrund von Kostenrefundierungen durch den Ausschuss der Regionen.
Hinweise auf luxuriöse Extras finden sich in der Reisekostenaufstellung nicht, die teuerste Reise des Jahres unternahm der Landeshauptmann im November gemeinsam mit zwei Mitarbeitern nach Wien, wo die Einigung auf den Stabilitätspakt verhandelt wurde. Für Flüge und eine Nächtigung fielen 4610,42 Euro an. Insgesamt beliefen sich die Kosten für die 49 Dienstreisen der Vorarlberger Landesregierung im Jahr 2025 auf rund 50.000 Euro.
Freilich sind die Politikerinnen und Politiker insgesamt häufiger unterwegs, als in dieser Liste ausgewiesen wird: Reisen wie jüngst jene von Christof Bitschi zum FPÖ-Neujahrstreffen in Klagenfurt gelten allerdings nicht als Dienstreisen als Landesregierungsmitglied. Nach Kärnten reiste Bitschi als FPÖ-Landesparteichef und rechnete diese Spesen daher nicht über das Land ab.