Leserbrief: Christof Bitschi, der Experte für Asylrecht

Leserbriefe / 10.02.2026 • 15:08 Uhr
Leserbrief: Christof Bitschi, der Experte für Asylrecht

Mich grauste es, als ich die Äußerungen von Herrn Bitschi am 7. Februar in den VN las. Ich bezweifle, dass er sich jemals ernsthaft mit der Situation von Asylwerbern auseinandergesetzt hat. Er sollte sich beim Innenministerium dafür einsetzen, dass die Verfahren seitens des BFA beschleunigt werden und dass dort Entscheidungen faktenbasiert getroffen werden. Ich habe Kontakt zu mehreren Asylwerbern. Sie erreichten nur über eine Säumnisbeschwerde einen Anhörungstermin beim BFA. Die Anhörungen waren teilweise grotesk. Zustellungen der negativen Bescheide durch das BFA erfolgten nicht fristgerecht. Die nächste Instanz BVwG ist überlastet. Es dauert Monate oder Jahre bis zur Verhandlung. Menschen, die aus guten Gründen aus ihrer Heimat fliehen mussten und sich in Österreich integrieren und eine Existenz aufbauen wollen, werden durch politische Entscheidungen der ÖVP- und FPÖ-Mandatare sowie durch weisungsgebundene Mitarbeiter des BFA zermürbt. Dass manche Asylwerber dadurch resignieren, ist nachvollziehbar. Ein Asylwerber darf keine Frist versäumen und wird/soll für jeden Fehler oder Irrtum bestraft werden. Für die Behörden gilt das ganz offensichtlich nicht. Und Herr Bitschi redet über kriminelle Ausländer, statt sich um das Fortkommen dieser für unsere Gesellschaft so wichtigen Menschen zu kümmern.

Peter Biegger, Hörbranz