Leserbrief: Wer trägt die Verantwortung?

Die eingesetzte Wehrdienstkommission hat sich intensiv mit der Milizausbildung und den Rahmenbedingungen befasst und mehrere Vorschläge erarbeitet. Sie favorisiert das Modell “Österreich plus”, das einen achtmonatigen Grundwehrdienst und zwei Monate Milizübungen vorsieht. Die militärische Führung ist der politischen Führung untergeordnet. Sie hat den sicherheitspolitischen Zielen des Staates zu dienen (Primat der Politik). Ein hoher Ausbildungsstand, der bereits im Frieden erreicht werden muss und sich an den Erfordernissen des Krieges orientiert, ist von höchster Bedeutung. Die Einheiten etc. des Bundesheeres müssen verteidigungsfähig sein. Der Soldat hat sein Vaterland und sein Volk zu schützen und mit der Waffe zu verteidigen. Er ist zu Gehorsam verpflichtet. Jeder Vorgesetzte ist sowohl für das Erteilen als auch für das Unterlassen von Befehlen verantwortlich. Doch wie sieht es in einem Verteidigungsfall aus, wenn die Soldaten nur mangelhaft ausgebildet sind, weil für ein gründliches Training zu wenig Zeit zur Verfügung stand? Ein Beispiel: Ich war bei einer einsatzmäßigen Gefechtsübung Kommandant einer Kampfgruppe. Mir wurde gemeldet, dass eine unterstellte Miliz-Fliegerabwehrbatterie wegen Ausbildungsdefiziten die befohlenen Aufträge nicht erfüllen konnte; die Verletzungsgefahr der Soldaten bei Dunkelheit war zu groß. Die Milizeinheit wurde in ihre Kaserne zurückgeschickt. Doch wie hätte die Situation im Einsatz ausgesehen?
Kurt Gärtner, Wels