Leserbrief: Gürtelrose-Impfung vergriffen

Die österreichischen Beamteten, welche in immer häufigeren Intervallen mit neuen Minister:innen zurechtkommen müssen, haben es nicht leicht. Ein aktuelles Beispiel: Eine gratis Gürtelrose-Impfung wurde beschlossen und um viel Geld an externe Werbeunternehmen zur Kampagne in allen zur Verfügung stehenden Medien geleitet. Nun wollten viele, durch drastische Darstellungen verängstigte Menschen, dieses Angebot zur zweifachen Impfung nutzen. Ärzte hatten auch die ersten Impfdosen erhalten, es waren jedoch viel zu wenige, und so baten sie umgehend um ausreichend schnellen Nachschub. Ergebnis der Bitte: Schnell geht gar nicht, Nachschub erst nach Monaten möglich. Außerdem hätten Ärzte unternehmerischer handeln sollen und einen Vorrat anlegen müssen. Da hat sich jemand im Gesundheitsministerium in der Argumentation vergriffen. Es gilt die alte Regel auch für das Gesundheitsministerium: Biete deine Produkte nur dann an, wenn du sie auch liefern kannst.
Günter Jochum, Götzis