Leserbrief: Was zählt am Ende?

Leserbriefe / 13.03.2026 • 13:00 Uhr
Leserbrief: Was zählt am Ende?

Zum Leserbrief von Pfr. Peter Mathei, VN vom 12. März:

Apfelbäume, erklärte mir ein Gärtner, leben von 40 bis 80 Jahren, manche sogar bis 120 und sehr selten, bei idealen Verhältnissen, bis 150! Dank guter Pflege und guten Bodens überwinden sie Pilzkrankheiten (Apfelschorf, Mehltau z. B.), Schädlingsbefall (Apfelwickler, Blattläuse) usw. Scheint der Baum erschöpft, hat der Gärtner drei Optionen: ihn ökologisch als Lebensraum für Vögel und Insekten im Garten stehen zu lassen, ihn zu fällen und als duftendes, ruhig knisterndes Kaminholz zu verwerten oder ihn radikal und kunstvoll zu beschneiden, damit er nächstes Jahr wieder Blüten und Früchte bringen möge. Im jeweiligen Rahmen dieser Optionen denkt der Gärtner etwa an die überwundenen Baumkrankheiten oder an die reiche Ernte zurück? Diese Frage stellte ich mir, als ich den LB von Pfr. Peter Mathei las. Und ich erinnerte mich auch an das Gleichnis des unfruchtbar bzw. krank gewordenen Feigenbaums, wo der Gärtner sagt: “Ich will den Boden um ihn umgraben und düngen. Vielleicht bringt er künftig Früchte.” Gmeiners Baum trägt ja immer weiter gute Früchte. Kommt es schließlich nicht darauf an? Erkennt man den Wert eines Baumes an seinen überwundenen Krankheiten oder an seinen Früchten? Darüber muss mich mein wissender Gärtner noch aufklären.

Marie-Thérèse Mercanton, Bludenz