Leserbrief: Bregenzerwälder “Abbruch-Drohbriefe”

Leserbriefe / 18.03.2026 • 12:42 Uhr
Leserbrief: Bregenzerwälder "Abbruch-Drohbriefe"

Ein großes Lob dem Andelsbucher Bürgermeister Bernhard Kleber, der sich geweigert hat, “Abbruch-Drohbriefe” zu verschicken. Seiner Argumentation, dass derzeit leerstehender bzw. sanierungsbedürftiger Altbestand als Reserve der nächsten Generation vorbehalten sein sollte, pflichte ich bei. Schließlich ist es schade, wenn jedes alte Bregenzerwälder Haus abgerissen und durch eine Wohnanlage ersetzt wird. Dadurch geht die dörfliche Struktur der Wäldergemeinden verloren. Grundsätzlich sind Wohnanlagen, vor allem je größer sie sind, eine städtische Wohnform. Wer Wohnraum schaffen will, muss die Rahmenbedingungen verbessern und nicht Eigentum “bestrafen”. Die Realität in ländlichen Gebieten wird ignoriert. Es stehen nämlich auch Wohnungen leer, weil der Eigentümer schlicht und einfach keine geeigneten Mieter findet. Viele Mieter zahlen lieber mehr Miete, um in den Städten oder Rheintalgemeinden wohnen zu können. Übrigens haben mittlerweile die meisten Bundesländer – NÖ, OÖ, Burgenland, Wien und Kärnten – keine Leerstandsabgabe eingeführt. Steiermark und Salzburg wollen sie wieder abschaffen, weil sie nicht das bringt, was sie von ihr erwartet hatten. Vorarlbergs Leerstandsquote beträgt nur 3,9 Prozent – das ist der zweitniedrigste Wert unter den Bundesländern. Deswegen stößt das brutale Vorgehen der Wälder-Gemeinden auf Unverständnis.

Ludwina Dür, Alberschwende