“Natürlich war das ein Schock” – wie das Szene Openair auf den Seiler-Fall reagiert

23.03.2026 • 14:05 Uhr
"Natürlich war das ein Schock" – wie das Szene Openair auf den Seiler-Fall reagiert
Christopher Seiler will sich einer Therapie unterziehen, im Sommer will sich die Band zurückmelden. apa

“Seiler & Speer” stehen als Headliner auf der Bühne des Lustenauer Szene Openair. Veranstalter Hannes Hagen nimmt Stellung.

Lustenau Die Wogen in der österreichischen Musikszene gehen derzeit hoch: Gegen Austropopstar Christopher Seiler wird nach der Anzeige einer Frau ermittelt. Der Sänger des Duos Seiler & Speer hat sich vergangene Woche in einem ausführlichen Statement auf Instagram zu Wort gemeldet, Fehlverhalten eingeräumt und sich mehrfach entschuldigt. Er räumte ein, einer Frau Kokain auf die Lippen geschmiert zu haben. Zugleich weist der 39-Jährige zentrale Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass es weder zu Gewalt noch zu einem sexuellen Übergriff gekommen sei.

"Natürlich war das ein Schock" – wie das Szene Openair auf den Seiler-Fall reagiert
Vertraglich sei man an den Auftritt gebunden, eine Absage hätte auch finanzielle Konsequenzen, sagt Hannes Hagen zu den VN. VN/Steurer

Unterdessen teilte sein Management mit, dass sich der Musiker vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen wird, um eine mehrwöchige, professionell begleitete Therapie zu beginnen. Drei Konzerte wurden verschoben, eine Rückkehr der Band ist für den Sommer geplant.

Damit richtet sich der Blick auch nach Vorarlberg: Beim Lustenauer Szene Openair am 30. Juli sind Seiler & Speer (“Ham Kummst”) als Headliner angekündigt. Veranstalter Hannes Hagen hat selbst aus den Medien von den Vorwürfen erfahren. “Natürlich war das ein Schock”, sagt er. Mehr wisse man aktuell aber nicht, als das, was der Musiker selbst öffentlich gemacht habe.

"Natürlich war das ein Schock" – wie das Szene Openair auf den Seiler-Fall reagiert
“Seiler & Speer” zählen zu Österreichs erfolgreichsten Austropop-Musikern. apa

Entsprechend vorsichtig fällt auch seine Einschätzung aus. “Es ist eine sehr blöde Situation, wir können im Moment nur abwarten”, sagt Hagen. Vertraglich sei man an den Auftritt gebunden, eine Absage hätte auch finanzielle Konsequenzen. Gleichzeitig betont der Szene-Chef klar: “Wir sind gegen jede Form von Gewalt.” Für die Bewertung und mögliche Strafen sei aber die Justiz zuständig. “Wir sind nicht dazu da, Menschen zu bestrafen. Ich vertraue darauf, dass die Justiz das klärt.” Man verfolge die Entwicklungen aber genau, schließlich sei noch Zeit bis zum Festival. “Am Ende ist es erst entschieden, wenn sie wirklich auf der Bühne stehen.”

“Keine Zurückhaltung beim Vorverkauf”

Mit dem Vorverkauf zeigt sich Hannes Hagen zufrieden: “Alle drei Tage sind sehr gut ausgelastet.” Negative Rückmeldungen vonseiten der Festivalbesucher habe es keine gegeben, auch bei den Tickets für “Seiler & Speer” sei keine Zurückhaltung spürbar. “Die Fans sind treu und kaufen weiterhin fleißig Tickets für ihren Auftritt”, freut sich Hagen.

Szene Openair Lustenau: 30. Juli bis 1. August, Alter Rhein Lustenau. www.szeneopenair.at