Der aks steigt als Bauherr aus

25.03.2026 • 13:40 Uhr
Der aks steigt als Bauherr aus
Das Kleinwalsertal darf sich auf das vieldisktuierte Ärztehaus freuen. VN/Steurer, Stiplovsek, aks

Gesundheitszentren in Höchst und Lauterach sind für aks vom Tisch. Ärztehaus Kleinwalsertal läuft.

Höchst Der Spardruck zwingt den Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) zu einer weiteren drastischen Maßnahme. Er steigt als Bauherr des Gesundheitszentrums in Höchst aus. Geschäftsführer Martin Berthold bedauert den Schritt, zumal schon einiges an Geld in das Projekt geflossen sei, aber: „Die Einsparungen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie die derzeit nicht absehbare weitere Entwicklung bedeuten ein zu hohes Risiko für die Umsetzung zum jetzigen Zeitpunkt.“ Die gleichen Überlegungen gelten für das Vorhaben in Lauterach. Besser läuft es beim Ärztehaus im Kleinwalsertal. Laut Berthold steht das Projekt kurz vor der Baueingabe. Ebenso habe ein Arzt bereits Interesse an der Übernahme einer Kassenstelle signalisiert. In der Talschaft ist von den insgesamt vier Kassenstellen aktuell nur eine besetzt. Im Ärztehaus selbst soll Platz für drei Medizinerinnen und Mediziner geschaffen werden.    

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aks-Geschäftsführer Martin Berthold zieht bei den Bautätigkeiten die Reißleine.

Drei potenzielle Investoren

Im Rheindelta hingegen hat es sich für den aks ausgeplant, nachdem die Gemeinde den Vorschlag, das Projekt bis 2027 auszusetzen und dann neu zu evaluieren, ablehnte und die Absichtserklärung zur Kooperation einseitig auflöste. „Wir wollen das Gesundheitszentrum so schnell wie möglich realisieren“, begründet Bürgermeister Stefan Übelhör im VN-Gespräch den Schritt. Jetzt sollen es andere richten. Drei potenzielle Investoren gebe es bereits. „Es sieht gut aus“, ergänzt Übelhör. Unter neuer Ägide geht es außerdem zurück an den Start, das heißt, statt der mit dem aks geplanten zwei werden nun doch, wie ursprünglich projektiert, drei Gebäude errichtet. „Wir wollen die medizinische Versorgung am Standort langfristig sichern“, betont der Bürgermeister den Handlungsbedarf in diesem Bereich. Er zeigt Verständnis für den Rückzug des aks in Anbetracht der verschärften Rahmenbedingungen. „Es gibt jedoch weiterhin eine gute Gesprächsbasis“, versichert Stefan Übelhör, der eine Zusammenarbeit nicht ausschließt, sollten sich Synergien ergeben. Derzeit betreibt der aks in Höchst einen Standort mit Kinderdiensten.

Der aks steigt als Bauherr aus
Stefan Übelhör ist an einer schnellen Umsetzung des Gesundheitszentrums gelegen.

Das Gesundheitszentrum entsteht auf gemeindeeigenem Grund. Die Kommune übernimmt auch die Außengestaltung und beteiligt sich an den Betriebskosten für die Tiefgarage, um die Benützung des Areals durch die Öffentlichkeit zu gewährleisten. aks-Geschäftsführer Martin Berthold sagt: „Die Entscheidung gegen Höchst ist uns nicht leichtgefallen. Sie wurde aber nach intensiver und sorgfältiger Abwägung getroffen.“ Da schon erhebliche Ressourcen in das Projekt geflossen sind, sei eine verantwortungsvolle Neubewertung notwendig geworden.

Gespräche mit neuem Partner

Aus dem Projekt Ärztehaus Lauterach hat sich der aks mit Ende des vergangenen Jahres zurückgezogen. „Gesundheitszentren sind wichtig, wir werden jedoch nicht mehr bauen“, stellt Berthold klar. Stattdessen will sich der aks auf Serviceleistungen, wie etwa die Unterstützung bei der Organisation von Praxen, konzentrieren. Solche kann er sich auch für das künftige Ärztehaus in Lauterach vorstellen. Trotz des Ausstiegs des aks wird Vizebürgermeisterin Sabine Kassegger zufolge mit Hochdruck am Projekt weitergearbeitet. „Wir sind schon im Gespräch mit einem möglichen neuen Partner“, bestätigt Kassegger. Sie möchte die Planungen vorantreiben, weil in absehbarer Zeit zwei Ärzte in Pension gehen und die Marktgemeinde für Interessenten gute Niederlassungsbedingungen bereitstellen will.

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Die Lauteracher Vizebürgermeisterin Sabine Kassegger forciert die Planungen.