Leserbrief: Frau Bischoff und Sheikh Faisal

Zum Bericht „Eine royale Etikette gilt auch für Bürgerliche” von Lisbeth Bischoff, VN vom 25.3.26:
Ich bin über die Darstellung von Sheikh Faisal in der Beschreibung von Frau Bischoff schon recht erstaunt. Seit rund 25 Jahren bin ich mit Sheikh Faisal befreundet und hatte besonders in meinen 14 Jahren geschäftlicher Tätigkeit in den Emiraten viel Zeit mit ihm verbracht. Das Verhalten, wie von Frau Bischoff beschrieben, konnte ich nie beobachten. Sheikh Faisal hat in den USA studiert und ist sehr weltoffen und der westlichen Kultur aufgeschlossen. Darunter zählt auch der Umgang mit Frauen, mit welchen er immer höflich und humorvoll Kontakt pflegte. Keine der Frauen, egal ob wir uns privat oder geschäftlich trafen, musste je Schwarz tragen und vor allem die Beschreibung, dass der Blick auf dem Boden gerichtet sein musste, ist grotesk und entbehrt jeder Realität. Ganz im Gegenteil, es war immer eine offene und angenehme Stimmung ohne Einschränkung, eine “royale Etikette” gab es nie. Ich weiß nicht, was Frau Bischoff mit ihrer Geschichte bezweckt, aber im Moment der Kriegshandlungen mit dem Iran in welchen nun auch die Emirate einbezogen sind, hier eine unzutreffende Darstellung einer bekannten Persönlichkeit ins Spiel zu bringen, halte ich für fragwürdig. Vor allem, nachdem das Interview vor 41 Jahren stattfand.
Michael Partsch, Feldkirch