Leserbrief: “Eine royale Etikette gilt auch für Bürgerliche”

Zum Bericht “Adelsgeflüster” von Lisbeth Bischoff in den VN:
Liebe Lisbeth, mit Erstaunen habe ich deinen Bericht gelesen, der Ereignisse von 1992 aufgreift. Als der Fotograf, der Sheikh Faisal bin Khalid bin Sultan Al Qasimi damals nach Bregenz einlud, möchte ich einige Punkte sachlich richtigstellen. Durch meine jahrzehntelange Arbeit in Dubai sind mir die dortigen Gepflogenheiten bestens vertraut. Zunächst zur Ausstellung 1992: In meiner Galerie zeigten wir Gemälde des US-Künstlers Edward Miracle, NICHT meine eigenen. Der Sheikh wurde von seinem Freund Abdul Rahman Al Owais begleitet, dem späteren jahrelangen Kultur- und Gesundheitsminister der UAE. Auch der zeitliche Ablauf bedarf einer Korrektur: Das Dinner im Hotel Schwärzler auf Einladung von Bürgermeister Sigi Gasser fand bereits VOR der Ausstellungseröffnung statt. Im Anschluss an die Vernissage verbrachten wir den Abend auf Einladung von Warsteiner in deren Zelt vor dem Festspielhaus. Sheikh Faisal ist ein gebildeter, humorvoller und netter Mensch. Es gab weder Vorschriften für einen schwarzen Dresscode noch Anweisungen, den Blick auf den Boden zu senken. Die Atmosphäre war von gegenseitigem Respekt geprägt. Eine faktengetreue Wiedergabe dieses Events wäre im Sinne der Leser wünschenswert.
Werner Branz, Dornbirn