Leserbrief: FPÖ auf Verteidigungslinie

Es freut mich, dass die Vorarlberger FPÖ mit Landesrat Allgäuer an der traditionellen verteidigungspolitischen Linie festhält, sogar im übernationalen Rahmen des “Sicherheitspolitischen Bodenseekongresses” (VN-Bericht 20. 4.). Auf konkrete Notwendigkeiten wie “Sky Shields” konnte er verständlicherweise nicht eingehen, um sich nicht mit seinem Chef in Wien zu verkrachen. Meines Erachtens könnte dieser Luftabwehrschild durchaus “neutralitätskonform” gegen ALLE theoretischen Angreifer aufgebaut werden, z. B. eine Abwehrbatterie im Nenzinger Himmel gegen liechtensteinische Flugobjekte. Bei ähnlichem Anlass, dem “Tag der Unteroffiziere” in Bregenz, forderte der damalige Hauptredner Otto Habsburg, “die Nato müsse bis zur Jahrtausendwende durch eine europäische Sicherheitskraft ersetzt werden” (VN 21.5.1991). In seinem Buch mit dem vielsagenden Titel “Europa – Großmacht oder Schlachtfeld” (1965) kann man das aus einer dummen Taktik resultierende Scheitern der “Europäischen Verteidigungsgemeinschaft” – ein Hauptziel der Vereinigung von Anfang an – nachlesen. Und weiter: “Gewiss sind heute die Amerikaner gute Freunde Europas. Wer aber könnte dies über lange Zeiträume garantieren?” Er bezeichnete eine Wirtschaftspolitik ohne den Gedanken an Krieg und Krise als eine Wahnsinnspolitik. “Wenn der internationale Transport zusammenbricht”, müsse man die Bedürfnisse der Städte und industriellen Ballungszentren noch befriedigen können. Die Erwähnung der Straße von Hormuz finde ich in seinem VN-Artikel “Schlüssel zur Weltmacht” vom 31.1.1981.
Gerald Grahammer, Lustenau