Leserbrief: Clickbait Politics!

Zum Kommentar “Krachend gescheitert?” von Harald Walser:
Wer erwartet, dass ich den Walser’schen Integrations-Kommentar wie gewohnt auf Faktengenauigkeit untersuche, den muss ich diesmal enttäuschen. Integration kann und will ich genauso wenig wie sein übergeordnetes Thema der Migration in einem Leserbrief schlagwortartig abhandeln, dazu ist das Thema viel zu komplex. Als (Ex-)Politiker sieht Harald Walser getreu dem von Machiavelli inspirierten Prinzip “Im Krieg und in der Politik sind alle Mittel erlaubt” da mehr Spielraum. “Clickbait Politics” aus dem Amerikanischen klingt recht harmlos – die Übersetzung “Aufmerksamkeitshascherei durch Übertreibung” legt da eher schon bewusste Falschinterpretation nahe. Wen’s interessiert, der mache sich selbst ein Bild, KI ermöglicht da schnell einen Überblick über tatsächlich Gesagtes und Interpretation. Bevor wir überhaupt über Integration und ihre politische Verantwortung reden, sollten aber viel grundsätzlichere Fragen beantwortet sein, wie beispielsweise: Ist Migration zu befürworten, weil sie unsere Gesellschaft schöner und bunter macht? Ist Migration zu befürworten, weil sie uns nützt? Ist Migration zu befürworten, weil wir es den Migranten schuldig sind? Zu solchen Fragen habe ich vor Längerem eine ausführliche und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unterlegte Ausarbeitung an Harald Walser geschickt mit der Bitte um seine Sicht. Er sucht nun schon verdächtig lange nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, die seine, vermutlich moralisch überlegene, Grundhaltung bestätigen.
Dipl. Ing. Thomas Kopf, Hohenems