Leserbrief: Weder Freifahrtschein noch Rückzieher

Leserbriefe / 27.04.2026 • 16:00 Uhr
Leserbrief: Weder Freifahrtschein noch Rückzieher

Zum Bericht “Freifahrtschein bei mündlicher Prüfung, VN vom 14. April 26”:

Dass die Reifeprüfung 2026 noch unter den Corona-Bedingungen stattfindet, ist kein Freifahrtschein bei Kolloquien und auch kein Rückzieher von Bildungsminister Wiederkehr. Unbestritten ist, dass die Einführung der Einrechnung der Jahresnote übereilt war und nicht mehr notwendig ist. Das hat BM Wiederkehr erkannt und eine Änderung angekündigt. Dass diese nicht dieses Schuljahr kommt, war klar, denn die Maturant:innen verlassen sich auf geltende Regelungen und dürfen nicht kurzfristig mit neuen, geänderten konfrontiert werden. Die Einrechnung der Jahresnote in die Matura, wie in Deutschland seit Jahrzehnten üblich, passt nicht in das österreichische Prüfungssetting! Sie aber als Freifahrtschein zu bezeichnen, ist eine Herabwürdigung der Leistungen unserer Maturant:innen und der Reifeprüfung insgesamt! Es ist im Einzelfall schwierig, die von der Verordnung geforderte “Mitwirkung bei der Prüfung” zu beurteilen. Die Herausforderung liegt aber bei den Prüfenden und den Schulen. Die Aufgabenstellungen und das Prüfungssetting müssen darauf Rücksicht nehmen, und das ist möglich! Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass im Vorfeld transparent ist, dass bei den mündlichen Prüfungen auch “Mindestleistungen” erbracht werden müssen und die Tagesleistung mehr gewichtet wird als die Jahresnote. Und nicht zu vergessen: “Die Einrechnung der Jahresnote kann zu einer Verbesserung, aber auch zu einer Verschlechterung der Gesamtbeurteilung führen, was auch schon vorgekommen ist.”

Mag. Michael H. Weber, Direktor vom futureCampus hak has Feldkirch