Leserbrief: Fahrlässiger Protektionismus gegen Europa

Ein wirtschaftspolitisches Konstrukt als bewusst gewähltes Instrument. Es braucht eine handelspolitische Entscheidung, die als Gegenstück zum Freihandel agiert und Maßnahmen von Drittstaaten wie den USA oder China bezeichnet, welche die europäischen Exporte behindern und damit die europäische Wirtschaft oft ohne Rücksicht auf die daraus resultierenden globalen Handelskriege schwächen. Nimmt man dann etwa vier Kernaspekte dieser Situation genauer ins Visier, gelangt man ohne Umwege zur US-Handelspolitik, die insbesondere unter Trump eine Art selbstschädigende, protektionistische Politik verfolgt, die durch Zölle auf Stahl, Aluminium und Drohungen im Automobilsektor die europäische, exportorientierte Wirtschaft unter Druck setzt, um europäischen Unternehmen Zugeständnisse abzuringen. Die Reaktionen der EU erfolgen meist durch Gegenmaßnahmen wie angedrohte Zölle auf US-Produkte oder die Einführung von Digitalsteuern als Reaktion auf Handelsschranken, als Alarmierung gegen strukturelle Risiken und die wirtschaftlichen Folgen durch Protektionismus, welcher zu höheren Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher führt, weniger Wettbewerb und langfristig zu geringerem Wachstum zur Folge hat. Die Anti-Trump-Welt ächzt unter der Herausforderung angesichts seiner chronischen Unwahrheiten, aufrührerischer Reden, lebensgefährlicher Wissenschaftsignoranz und rassistischer Ausritte. Parallelen zur Banalität des Bösen gäbe es nur eine, und zwar eine eigens erstellte Expertise ohne Logik, weil es an Reflexion und moralischem Urteilsvermögen mangelt.
Sabine Windberger, Bregenz