Leserbrief: Wasserzins – und was kommt als Nächstes?

Die Regierung möchte mit einem Wasserzins für die Stromerzeugung das Budget aufpeppen. Offenbar hat man erkannt, dass Wasser nicht nur fließt, sondern sich auch wunderbar melken lässt. Wenn die Kraftwerke Energie aus dem Wasser holen, zapft der Staat eben die Kraftwerke an. Doch warum beim Wasser bleiben? Wir alle atmen täglich Luft ein – völlig unkontrolliert und ohne Gebührenbescheid. Ein Luftzins wäre die logische Weiterentwicklung. Vielleicht nach Atemfrequenz gestaffelt: Ruhige zahlen weniger, Bergsteiger und Jogger mehr. Und natürlich wären auch die Windräder betroffen – schließlich nutzen sie die Luft ja beruflich. Und dann die Sonne: Sie scheint einfach so vom Himmel, ohne Rechnung. Während viele kleine Photovoltaikanlagen fleißig Strom produzieren, schaut der Staat zu. Ein Sonnenzins pro Kilowattstunde Sonnenschein wäre doch nur fair – in Vorarlberg bei Föhnlage zum Premiumtarif. Die Plastiksteuer ist gescheitert, dafür kommt nun die Paketsteuer. Zwei Euro pro Paket – vermutlich als Ausgleich dafür, dass wir beim Atmen und Sonnenbaden noch nicht zahlen müssen. Hoffen wir, dass wenigstens das Lächeln gratis bleibt – sonst wird’s finster.
Walter J. Gabriel, Göfis