Leserbrief: Tierleid versus Armut

Zu: „25-Prozent-Aktion auf Frischfleisch“. Sehr geehrte Frau Marika Maier, Ihre Ausführungen zum echt abscheulichen Tierleid haben zutiefst mein Herz berührt, ich stimme in allen Punkten mit Ihnen überein. Gegen menschliche Gier hat ein Tier niemals eine Chance. Nun bewege ich mich auf dünnem Eis. Die Menschen, welche bei diesen Aktionen Schlange stehen vor den Fleischtheken, sind keine Tierhasser. Sind sie nicht gezwungen, aus Armut, ja aus Armut mit sehr wenig Geld, ihre Familien zu ernähren? Dürfen sie kein Fleisch essen? Täglich rechnen: Reicht es oder reicht es nicht? Wenn die Geldtasche leer ist, geht man andere Wege, und zwar nicht freiwillig und fröhlich. Ein schlechtes Gewissen ist dann Luxus. Hier ist die Politik gefordert: Sparmaßnahmen im sozialen Bereich, immer noch mehr, immer noch härter aber Unsummen für tote Objekte verschwenden. Der Mensch hat immer Priorität eins. In deren Teller liegt mit Bestimmtheit kein gequältes Tier.
Maria-Luise Thöny, Hohenems