Leserbriefe: Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche

Die Planungen für ein Verbot von Social Media bis zum 14. Lebensjahr und generell Einschränkungen bei der Internetnutzung in Österreich und der EU laufen auf Hochtouren. Für mediale Unterstützung ist gesorgt: z.B. wird im Konkurrenzblatt „Der Standard“ in einem Kommentar vom 20. 4. 2026 behauptet, dass das Verbot von Social Media bis 14 Jahre „den Eltern ganz gelegen“ käme: „Es nimmt sie ein Stück weit aus ihrer Verantwortung“, heißt es da. Ich denke, es gibt in Vorarlberg eine Menge Eltern, denen es nicht gelegen kommt, wenn ihnen Verantwortung und damit Recht genommen wird. Dieses nehmende „Es sind Politiker, denen Kindeswohl während Corona sonstwo vorbeiging, die 10- bis 14-Jährigen mittels Schule zwangsweise auch Social-Media-fähige Tablets vor die Nase setzen. Schutz unserer Kinder? Viel eher geht es wohl um Einstieg in weitgreifende Ausweispflicht für und Kontrolle über das Netz. Eltern können ihre gottgegebene vorrangige Verantwortung sehr wohl wahrnehmen, z. B. einfach, indem sie ihren Kindern bis zu einem gewissen Alter kein Schmarrnfon und damit Digitalfreiheit schenken („Lieben statt liken“). Oder effektive Aufsichtsmittel bei Software- und Social-Media-Anbietern nachfragen (z. B. von Eltern regulierbarer „minors mode“). Hierbei könnte die Politik vielleicht unterstützen, evtl. auch mit einem generellen Verbot besonders manipulativer Mittel wie „endless scrolling“.
Markus Hofmann, Dornbirn