Uniqa registriert mehr schwere Unfälle und Akku-Brände

Starke Häufung im vergangenen Jahr. Versicherer wächst in Vorarlberg auf knapp 300 Millionen Euro Prämienvolumen.
Bregenz Die Uniqa Versicherung blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 und einen gelungenen Start ins Jahr 2026 zurück. Sowohl österreichweit als auch in Vorarlberg verzeichnete der Versicherer Wachstum in allen Sparten. “Wir sind sehr gut unterwegs und weiter auf starkem Kurs. Diese positive Entwicklung stimmt uns sehr zuversichtlich”, betonen Österreich-Vorstand Peter Humer und Vorarlbergs Landesdirektor Markus Stadelmann.

Millionen-Meilenstein
Österreichweit stieg das Prämienvolumen 2025 um 8,2 Prozent auf 8,36 Milliarden Euro. In Vorarlberg legte es um vier Prozent auf 299,2 Millionen Euro zu. “Heuer werden wir die Marke von 300 Millionen Euro überschreiten. Das ist ein schöner Meilenstein”, sagt Stadelmann.

Die ausbezahlten Leistungen erhöhten sich im vergangenen Jahr in Vorarlberg auf 231,2 Millionen Euro – ein Plus von 9,3 Millionen Euro gegenüber 2024. Das entspricht durchschnittlich rund 925.000 Euro pro Werktag, die an Kund:innen ausbezahlt wurden. Gleichzeitig macht sich die Inflation bei den Schadenhöhen bemerkbar. “Alles wird teurer – von der Autowerkstatt bis zum Handwerker”, so Stadelmann.
Kaum große Schäden
Von größeren Unwetterschäden sei man 2025 indes weitgehend verschont geblieben. Zunahmen registriert die Uniqa allerdings bei Bränden sowie bei schweren Unfällen. “Wir sehen eine Häufung von sehr schweren Unfällen in der Freizeit und auch am Arbeitsplatz. Das betrifft aber nicht einzelne Bereiche, sondern zieht sich quer durch verschiedene Sportarten und Tätigkeiten. Vom Mountainbiken über E-Biken bis hin zu Unfällen im Haushalt”, sagt Stadelmann.

Bei Bränden beobachtet der Versicherer vor allem im privaten Bereich eine steigende Zahl an Schadensfällen. “Das hat häufig mit Akkus und Ladegeräten zu tun. Viele Produkte werden im Internet gekauft und entsprechen nicht immer den technischen Anforderungen”, erklärt Humer.
KI und Menschen
Ein zentrales Thema innerhalb des Unternehmens bleibt die Künstliche Intelligenz. “Sie ergänzt den Vertrieb, ohne ihn zu ersetzen. Vielmehr greifen digitale und persönliche Beratung ineinander”, betont Peter Humer. So werden etwa Schadensmeldungen bereits KI-gestützt bearbeitet. In der Krankenversicherung laufen mittlerweile 24 Prozent aller Einreichungen ohne manuellen Eingriff ab. Bei komplexeren Fällen oder Leistungsablehnungen bleibe jedoch immer ein Mensch eingebunden.
Österreichweit nutzen rund 800.000 der drei Millionen Uniqa-Kunden die App des Versicherers. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass selbst jüngere Kunden im konkreten Schadensfall gerne den persönlichen Kontakt suchen.
In Vorarlberg beschäftigt die Uniqa derzeit rund 270 Mitarbeitende und Vertriebspartner an 34 Standorten.

Keine Zurückhaltung
Eine Zurückhaltung bei Abschlüssen aufgrund der wirtschaftlich herausfordernden Lage beobachten Humer und Stadelmann nicht. Im Gegenteil: “Die Kfz-Zulassungszahlen sind sehr gut, und viele beschäftigen sich wieder stärker mit der privaten Pensionsvorsorge.” Auch der Trend zur privaten Krankenversicherung, der während der Corona-Pandemie zusätzlichen Rückenwind erhalten hat, halte an. Hier setze die Uniqa auf ein breites Gesundheitsangebot – von eigenen Kranken- und Ärztehäusern über Telemedizin bis hin zu den Gesundheitsmobilen, die an den Arbeitsplatz kommen.
Uniqa Vorarlberg 2025
Kunden: 186.900
Verrechnete Prämien: 299,2 Mill. Euro (+4 %); Schaden-Unfall: 154,7 Mill. Euro (+5 %), Kranken: 93,3 Mill. Euro (+4,1 %), Leben: 51,2 Mill. Euro (+0,6 %)
Marktanteil: 29 % gesamt; Schaden-Unfall: 25 %, Kranken: 49 %, Leben: 24 %
Ausbezahlte Leistungen: 231,2 Mill. Euro (+4,2 %); Schaden-Unfall: 99,4 Mill. Euro (+13,1 %), Kranken: 63,5 Mill. Euro (+3,8 %), Leben: 68,2 Mill. Euro (–6,6 %)
Standorte: 34 in Vorarlberg
Mitarbeitende: 270
Lediglich bei Reiseversicherungen registriert man einen Rückgang. Grund sei die Lage im Nahen Osten, die viele Menschen dazu veranlasse, ihren Urlaub näher an der Heimat zu verbringen. Insgesamt bleibe der Wunsch nach Absicherung aber hoch. “Das ist den Menschen auch in herausfordernden Zeiten wichtig. Denn gerade dann kann man sich mögliche Schäden selbst weniger leisten.”