Leserbrief: Rhesi Renaturierung statt Hochwasserschutz

Leserbriefe / 15.06.2026 • 12:45 Uhr
Leserbrief: Rhesi Renaturierung statt Hochwasserschutz

Vor etwas mehr als hundert Jahren war das Rheintal praktisch unbewohnbar. Regelmäßige Überschwemmungen vernichteten Äcker, Ernten, Weideflächen und ganze Bauernhöfe. Erst durch die Rheinregulierung und den Rheindurchstich konnte die Hochwassergefahr wirksam eingedämmt werden. Dadurch entstanden die Voraussetzungen für den Bau von Häusern, Gewerbebetrieben und Fabriken. Sicherheit und Wohlstand im Rheintal sind somit eng mit den damaligen wasserbaulichen Maßnahmen verbunden. Laut LH Wallner soll der Rhein das größte Renaturierungsprojekt Europas werden. Gleichzeitig räumt Projektleiter Mähr ein, dass es für ein Vorhaben dieser Größenordnung keine vergleichbaren Erfahrungswerte gibt. Trotzdem sollen rund zwei Milliarden Euro investiert werden. Der Rhein ist 360 Tage im Jahr ein ruhiger Fluss, aber vier bis fünf Tage ist er je nach Wetterlage unberechenbar und höchst gefährlich. Besonders kritisch sehe ich den Verlust von rund 400 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Hinzu kommt, dass bei Überflutungen große Mengen an Steinen, Sand und Geschiebe zurückbleiben werden. Solche Flächen erhitzen sich deutlich stärker als bewachsene Wiesen. Darüber hinaus müssen an mehreren Stellen entlang des Rheins regelmäßig Sand und Kies ausgebaggert und abtransportiert werden. Bisher wird das Geschiebe bis in den Bodensee transportiert, wo nur an einer Stelle Baggerarbeiten erforderlich sind. Eine einfachere und kostengünstigere Möglichkeit wäre, den Boden im Rheinvorland abzutragen.

Werner Hagen, Lustenau