Leserbrief: Der Ukraine-Krieg aktuell – Kalkül vertreibt Vernunft

Leserbriefe / 21.06.2026 • 11:46 Uhr
Leserbrief: Der Ukraine-Krieg aktuell – Kalkül vertreibt Vernunft

Beide Kriegsparteien, Russland und die Ukraine, haben noch nicht genug. Täglich erreichen uns Nachrichten über neue gegenseitige Attacken. Es wird viel geredet und an die Wand gemalt, aber tatsächlich stehen die Zeichen auf Konfrontation. Selenskyi fühlt sich gestärkt, auch neue Raketentypen, die auch Moskau erreichen können, und Putins Waffenarsenal ist bis an die Decke gefüllt. Es wäre höchste Zeit, dass beide Seiten zur Vernunft kommen. 1962 war ich als Offizier im Nato-Hauptquartier in Fontainebleau. Es standen sich N. Chruschtschow und J. F. Kennedy gegenüber, und beide waren bereit, einen Atomschlag auszuführen. Eine Deeskalation wurde auch damals nur erreicht, weil beide Seiten in letzter Minute nachgegeben haben. Die Ukraine hat das Gefühl, dass sie mit Angriffen auf die Infrastruktur Russlands und vor allem auf die Hauptstadt Moskau einen Vorteil erreicht. Das wird auch von vielen westlichen Ländern zusammen mit den USA so kolportiert. Dabei wird aber vergessen, dass Russland eine Atommacht ist, deren Potenzial einen Gegner erzittern lassen müsste. Niemand kann garantieren, dass Russland keine oder zumindest taktische Atomwaffen einsetzen wird, auf die die Ukraine nichts entgegensetzen kann. Kein westliches Land, auch nicht die USA, wird es riskieren, sich mit Russland wegen der Ukraine direkt anzulegen. Geld und Waffen ja, aber keine Truppen für diesen Konflikt. Diese Erkenntnis müsste dringend in den Köpfen der Unterstützer Selenskyis einen Platz finden. 

DI Richard Schmidt, Frastanz