Leserbrief: 70 Jahre FPÖ – ein Jubiläum

“70 Jahre FPÖ – ein Warnsignal für die Demokratie” titelt Herr Otto Bechter aus Dornbirn seinen Leserbrief in den VN vom 24.6.2026. Seine Versuche, diese Aussage zu begründen, sehe ich als sehr dürftig an, weshalb ich mir dazu einige Fragen meinerseits erlaube: “Warum soll das Auftreten gegen nicht verfassungskonforme, gesetzwidrige Verordnungen (Lockdowns für Ungeimpfte, Impfzwang etc.) und dazu Teilnahme an Demonstrationen im Interesse der Bürger aufgrund eines desaströsen Corona-Managements, begründete Kritik gegen den European Media Freedom Act (EMFA), das Eintreten für Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland und das Erörtern von Möglichkeiten, die den Krieg in der Ukraine beenden könnten, für das die FPÖ steht, fordert und handelt, ein Warnsignal für die Demokratie sein?” Zum Vorwurf, Einfluss auf Medien und Machtmissbrauch, sollte Herr Bechter zuerst einmal andere Parteien kritisch betrachten. Übrigens, auf die von ihm genannte Ibiza-Affäre wurde von BPO Kickl im Rahmen seiner Ansprache zum Jubiläum sehr selbstkritisch eingegangen und als ein Tiefpunkt in der Parteigeschichte gesehen. Und die in die Affäre verwickelten Politiker, Strache und Gudenus, sind sofort zurückgetreten. Sieht man dies bei den anderen, ach so demokratischen Parteien auch? Zur Beruhigung von Herrn Bechter: Macht und Einfluss für Parteien kommen zuerst einmal ausschließlich durch den Souverän, die Wähler.
Günther Wieser, Lochau