Leserbrief: Desertifikation

Leserbriefe / 30.06.2026 • 12:00 Uhr
Leserbrief: Desertifikation

Der Leserbrief von Dr. Lingg kann als Aufforderung verstanden werden, sich gegen die geplante Novellierung des Vorarlberger Naturschutzgesetzes zu wehren. Dem kann bzw. muss man sich nur anschließen. Denn nicht nur die Böden, Wälder und Gewässer trocknen aus, auch der Naturschutz soll trockengelegt werden. Was als “Entbürokratisierung” verkauft wird, bedeutet tatsächlich die Schwächung der Kontroll- und Mitwirkungsrechte jener Organisationen, die noch Natur- und Landschaftsschutz im Sinne des Gemeinwohls (inkl. anderer Lebewesen) betreiben. Indes soll die “übliche Land- und Forstwirtschaft” bewilligungsfrei gestellt und zum “Partner des Naturschutzes” werden. Wenn hier Interessensgruppen mit Sonderrechten ausgestattet werden und gleichzeitig der Abbau von Schutzrechten als Naturschutz bezeichnet wird, stimmt etwas Grundsätzliches nicht mehr. Wer Kritik daran übt, wird als “ideologisch” abgestempelt, während die eigene Position mit Begriffen wie “Hausverstand” geadelt wird. Das ersetzt jedoch nicht die damit verbundene ehrliche Auseinandersetzung mit der Klimakrise. Naturschutz ist in diesem Zusammenhang kein Hindernis, das man beseitigt – er ist eine Lebensversicherung! Die Klimakrise ist keine Ideologie, sondern Realität. In einer solchen Situation den Naturschutz zurückzudrängen und wirtschaftliche Einzelinteressen über den Schutz unserer Lebensgrundlagen zu stellen, ist das falsche Signal. Nicht zuletzt deshalb sollte die Opposition dieser “unseligen Koalition” einmal das Wasser reichen … so lange noch etwas da ist.

Ulrike Schmid, PhD, Götzis