Diese drei Vorarlberger Politiker fühlen ganz fest mit krebskrankem Marterbauer

Der Finanzminister hat ein Schicksal, dem Vorarlberger Kollegen bereits erfolgreich getrotzt haben.
Schwarzach Sie teilen mit Finanzminister Markus Marterbauer (61) ein ähnliches Schicksal: der ehemalige Gesundheitsminister und Vorarlberger Grünenchef Johannes Rauch (67), der frühere Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (63) sowie Ex-Austria-Lustenau-Vorstandssprecher und Ex-Landtagsabgeordneter Bernd Bösch (65). Alle drei erkrankten sie an Krebs. Alle drei haben sie im Gegensatz zu Marterbauer ihre schwere Krankheit bereits besiegt.
Kontakt mit dem Minister
Besonders nahe geht die Krankheit des Finanzministers Kurt Fischer. “Weil ich zufällig mit ihm via Soziale Medien in Kontakt stand. Wir haben uns am Sonntag noch über amerikanische Literatur ausgetauscht. Ich dachte mir: Ist der ein belesener Mann, mit einem Horizont weit über Zahlen hinaus.” Als Marterbauer am Tag darauf seine Krankheit öffentlich machte, wünschte ihm Fischer sofort alles Gute und berichtete ihm von seinem Schicksal. “Er hat mir gleich darauf geantwortet.”

Fischer selbst erkrankte im Frühjahr 2014 an HNO-Krebs. Operation, Chemotherapie und Bestrahlung folgten. Die Therapie schlug an. Sechs Wochen später saß der Lustenauer Bürgermeister wieder im Amt. “Dieses Erlebnis war für mich ein Game-Changer bei der Prioritätensetzung im Leben. Es vertiefte gute Beziehungen noch mehr, es verdeutlichte mir meine Endlichkeit, es lehrte mich, wichtigen Dingen mehr Zeit einzuräumen.” Die regelmäßigen Gesundheitschecks sind für den 63-Jährigen stets von einer Anspannung begleitet. Den letzten samt MRT hatte er erst unlängst. “Alles gut”, freut sich Fischer. Gerne möchte er Marterbauer einmal persönlich kennenlernen.
Rauchs Vorwärts-Strategie
Schwer an Darmkrebs erkrankte im Jahre 2005 Johannes Rauch. Der damalige Grünen-Klubobmann im Landtag musste erfahren, dass der Tumor im Dickdarm bereits gestreut hatte. Doch auch bei ihm waren Operation und Therapie erfolgreich. An den Tod habe er nie gedacht. “Für mich gab es in meinem Denken nur eine Richtung: vorwärts, alles tun, damit ich die Krankheit besiege.” Zwei Dinge hat sich Rauch durch seine Krankheit verinnerlicht. “Erstens: Gehe offen damit um. Noch ist Krebs ein Tabu-Thema. Zweitens: Leute, geht zur Vorsorge. Es lässt sich dadurch vieles vermeiden.”

Wie Fischer haben Familie und Freunde Rauch durch die schwere Zeit getragen. Ratschläge will er Menschen, die an Krebs erkranken, nicht geben. “Weil da jeder seinen eigenen Umgang damit finden muss. Es muss für dich passen. Einem anderen passt das vielleicht nicht.” Bei den regelmäßigen Untersuchungen nach der Erkrankung wich bei Rauch im Laufe der Jahre die Nervosität der Gelassenheit.
Angst hatte keine Chance
Mit der Diagnose Hodenkrebs war im Jahr 2004 Rauchs Parteikollege und Landtagsabgeordneter Bernd Bösch (65) konfrontiert. Die Angst wurde dem späteren Vorstandssprecher von Austria Lustenau jedoch bald genommen. “Der Arzt teilte mir mit, dass meine Krankheit gut behandelbar sei. Er meinte noch: ‚Wenn ich mir einen Krebs mit guten Heilungschancen aussuchen könnte, dann wäre das Ihrer.‘”

Bösch durfte erfahren, dass der Arzt recht hatte. Ein ungutes Gefühl wurde beim Lustenauer nie genährt. “Ich lasse mich natürlich regelmäßig untersuchen. Mittlerweile nerven mich diese Untersuchungen eher, als dass sie mir Angst machen.” Dem Finanzminister wünscht er alles Gute.