Leserbrief: FAQs: mehr Verpackung als Inhalt

Der neue FAQ-Katalog der Kulturabteilung verkauft Altbekanntes als Fortschritt. Fristen, Formulare und bekannte Informationen wurden lediglich neu geordnet. Der interne Leitfaden wird erneut erwähnt, aber nicht erläutert – dafür hätte es keine zwei Jahre gebraucht. Neu ist lediglich der Hinweis, dass intern eine Historie früherer Bewertungen geführt wird. Offen bleibt jedoch, was dokumentiert wird, ob diese Unterlagen der Kommission vollständig vorliegen und wie Antragstellende Einsicht erhalten können. Die Transparenzfragen des Landesrechnungshofes (2014) und des Landesvolksanwalts (2025) bleiben unbeantwortet: Wo fällt die maßgebliche Förderentscheidung tatsächlich? Welche Rolle spielt die Kunstkommission, welche die Verwaltung und welche die Politik? Förderwerbern wird weiterhin mitgeteilt, dass Ablehnungen aus zeitökonomischen Gründen nicht begründet werden. Gleichzeitig wurde bereits 2020 öffentlich erklärt, dass bei Filmförderungen – etwa „Die Toten vom Bodensee“ – „hunderte von Seiten“ zur Prüfung der regionalen Wertschöpfung ausgewertet werden. Für nachvollziehbare Begründungen fehlen dagegen offenbar weiterhin die Ressourcen. Dieser Widerspruch spricht für sich. Auch die Darstellung, die Landesförderung stehe für sich allein, greift zu kurz. Gerade im Filmbereich entscheidet sie über den Zugang zur Bundesförderung. Mehr Klarheit entsteht nicht durch neue FAQs, sondern durch nachvollziehbare Entscheidungen. Darauf warten Kulturschaffende bis heute.
Christian I. Peintner, Bregenz