Leserbrief: Wenn Bürger:innen im Behördendschungel untergehen

Leserbriefe / 11.08.2026 • 14:10 Uhr
Leserbrief: Wenn Bürger:innen im Behördendschungel untergehen

In der Theorie arbeiten unsere Sicherheitsbehörden Hand in Hand für die Bürger:innen. Die Realität in Bregenz sieht leider oft anders aus; hier agieren die Stadtpolizei und die Bundespolizei als zwei völlig getrennte Welten. Als Bürger:in, die unverschuldet in ein Verfahren hineingezogen wird, gerät man dabei schnell zwischen die Fronten einer mangelhaften Kommunikation. Besonders bitter ist es, wenn die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Da wird man bei der einen Dienststelle plötzlich als Beschuldigte geführt, während bei der anderen Dienststelle längst die Beweise vorliegen, dass man in Wahrheit das Opfer ist. Diese Orientierungslosigkeit und das ständige Rätselraten, in welche Richtung Ermittlungen gerade laufen, sind für Betroffene eine enorme psychische Belastung. Für Menschen mit schweren gesundheitlichen Einschränkungen – wie einer Herzproblematik, bei der Stress und Aufregung medizinisch gefährlich sind – kann eine solche bürokratische Trägheit rasch gesundheitsgefährdend werden. Es darf nicht sein, dass erst der persönliche Gang zum Bezirksgericht und die Aufklärung beim Richter nötig sind, um die Akten der beiden Polizeibehörden endlich korrekt zusammenzuführen. Unsere Behörden müssen dringend digital und kommunikativ besser vernetzt werden. Ein moderner Rechtsstaat muss Betroffene schützen und darf sie nicht durch mangelnde Absprachen im Unklaren lassen oder das Vertrauen der Menschen in Staat und Rechte gefährden.

Sabine Windberger, Bregenz