Gerhard Feichtenschlager: Der geschickte Hausmeister mit dem großen Traum vom Kochen

Am 31. Mai verstarb Gerhard Feichtenschlager, der vielen als hilfsbereiter Zeitgenosse mit Vorliebe für karierte Hemden in Erinnerung bleiben wird.
Von Alexandra Pinter
Bregenz Gerhard wurde am 18. Februar 1977 in Uttendorf in Oberösterreich in eine Großfamilie hineingeboren. Gemeinsam mit seinen vielen Geschwistern wuchs er in Braunau am Inn auf. Schon von klein auf war es sein Traum, Koch zu werden, und so begann er als junger Mann hochmotiviert eine dementsprechende Lehre. Die Ausbildung konnte er zwar nicht abschließen, aber der Traum blieb. Motiviert durch sein handwerkliches Geschick interessierte er sich im zweiten Anlauf für den Tischlerberuf. Anpacken war sein Motto, und so folgten dann die Arbeitsstellen bei Loacker als Mitarbeiter bei der Müllentsorgung und zuletzt bei Rupp Food in Hörbranz als Hausmeister. Die Mitarbeiter dort schätzten Gery sehr als immer hilfsbereiten und ruhigen Arbeitskollegen.

Mit Yvonne gründete er eine Familie und wurde Vater von zwei Kindern: André und Magdalena. Vor zehn Jahren übersiedelte das Vierergespann dann nach Vorarlberg und fand hier sein neues Zuhause. Als nur zwei Jahre später Gerhards Papa Georg in seiner Heimat Braunau an Krebs verstarb, war dies ein harter Schlag für ihn. Die Erkrankung seiner Tochter Magdalena kurz darauf stellte eine weitere Herausforderung für ihn als Papa dar.
Besonderes Erlebnis
Ein Highlight in dieser schweren Zeit war die Einladung der Organisation “Stunde des Herzens” für einen Rundflug vom Flugplatz Hohenems aus. Dieses besondere Erlebnis, das Ländle von oben zu sehen, nahm kurzzeitig die Schwere des Alltags weg und wird allen beteiligten Hinterbliebenen noch lange in Erinnerung bleiben.
In seiner Freizeit hörte Gery gerne die Lieder von Andrea Berg und schaute im Fernsehen zufrieden die verschiedensten Folgen der Serie “Bergpolizei”. Als sozial denkender und immer hilfsbereiter Mensch fühlte er sich dabei stets mehr mittendrin als nur dabei. Im Alltag setzte er das so für sich um, dass er sich für feuerwehrtechnische Aufgaben zum Sprinkler ausbilden ließ. Eine rundum erfüllende Aufgabe für Gery.

Gerys letzte Jahre waren geprägt vom zufriedenen Dabeisein und dem Verbringen von wertvoll gewordener Zeit mit seiner Familie. Dabei wurde viel gelacht, denn er war für so manchen Spaß zu haben. Ende des letzten Jahres führte eine bösartige Geschwulst am Fuß zur Beinamputation, und damit wurden mehrere Krankenhausaufenthalte notwendig. Seine Hoffnung auf Genesung erfüllte sich leider nicht mehr. Gerne hätte er noch seiner Enkelin beim Aufwachsen zugesehen, ihr das Radfahren beigebracht und natürlich nochmals seine Heimat in Oberösterreich besucht.
Den Traum weitergegeben
Ein kleiner Trost bleibt: Seinen großen Traum vom Kochen konnte er an seinen Sohn André weitergeben. Dieser absolviert jetzt bereits die passende Lehre und kann so die Erinnerung an seinen Papa pflegen – vielleicht schon bald mit dem Zubereiten von Hausmannskost aus Papas oberösterreichischer Heimat. Gery verstarb am 31. Mai im Krankenhaus in Rankweil und hinterlässt neben seinen Kindern André und Magdalena noch Aaliyah und seine kleine Enkelin Tiana.
Begleitet durch: Bestattung Petschenig
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