Leserbrief: Roboter gegen Usain Bolt

Zum VN-Bericht vom 25.8.2026:
“Roboter aus China haben Weltrekorde von Menschen im Sprint über 100 Meter übertroffen: So rannte ein Roboter beim Auftakt der Weltmeisterschaften humanoider Roboter beim Sprint über 100 Meter in nur 9,39 Sekunden ins Ziel, also schneller als Usain Bolt mit 9,58 Sekunden.” Was da philosophisch zu kritisieren ist: Ein Roboter “rennt” nicht und “sprintet” nicht. Diese Ausdrücke gehören nicht zur Beschreibung eines Roboters. Das ist eine Vermenschlichung einer Maschine, die nichts anderes tut, als zu “funktionieren” – oder auch nicht. Bei Roboter-Rennen zuzuschauen, ist deshalb völlig reizlos, weil die Konstrukteure im Vorhinein wissen, was der Roboter in welcher Zeit leistet. Bei Usain Bolt ist das ganz anders: Da hängt vieles von der Tagesverfassung und von den Konkurrenten links und rechts ab. Der Roboter hat keinen Willen zu siegen. Bei Bolt gibt es den Kampf auf den letzten Metern; ein Roboter “kämpft” nicht, seine Verfassung ist immer gleich. Der Roboter ist auch nicht nervös oder lampenfiebrig. Usain Bolt jubelt beim Zieleinlauf. Von den Robotern heißt es: “Sie prallten nach der Zielmarke spektakulär gegen eine Schutzwand.” Sie sind leblose Maschinen – was sie ja auch sind. Kurz: Die Leistung eines Roboters ist absolut nicht mit der Leistung eines Menschen zu vergleichen.
Peter Mathei, Alberschwende