Leserbrief: Schutz unserer Lebensgrundlage? Zukünftig weitgehend gestrichen

“Eine möglichst geringe Flächeninanspruchnahme und Bodenversiegelung soll wesentlicher Grundsatz bei allen künftigen baulichen Nutzungen sein.” Dies ist eines der Ziele der 2024 von den österreichischen Bundesländern beschlossenen “Bodenstrategie für Österreich”, welche den Start eines längst überfälligen Reformprozesses im Umgang mit unserer wichtigsten Lebensgrundlage, unserem Grund und Boden, markieren sollte. Überfällig u. a. deshalb, weil sogar das Wirtschaftsforschungsinstitut – wo bestimmt keine Klimafreaks den Ton angeben – in einer 2023 erschienenen Studie zu den Auswirkungen des aktuellen Flächenverbrauchs auf die (Lebensmittel-)Versorgungssicherheit die vielfältigen Nachteile der nach wie vor viel zu hohen Verbauung herausstrich. Was leistet nun die Vorarlberger Landesregierung, um die für 2030 gesteckten Ziele der Bodenstrategie zu erreichen, zu denen sie sich mitverpflichtet hat? Sie erhöht die Flächenwerte, die ohne naturschutzrechtliche Prüfung bebaut oder zubetoniert werden dürfen (im unbebauten Gebiet), oder schafft sie sogar ganz ab (im bebauten Gebiet und in Betriebsgebieten). Was das für uns alle bedeutet? Noch mehr Hitze und größere Überschwemmungsgefahr durch noch mehr versiegelte Flächen. Damit beweist die Landesregierung einmal mehr ihre falsche Prioritätensetzung und erweist der Vorarlberger Bevölkerung (auch wieder einmal mehr) einen Bärendienst. Einfach nur unverantwortlich!
Julia Kopf, Altach