“Wir haben die Preise verglichen” – eine Familie zeigt, was der Schulstart in Vorarlberg kostet

Der Schulstart geht ins Geld – und beim Einkauf lauern überraschend große Preisunterschiede. Eine Familie aus Meiningen erzählt, warum allein die Schultasche kräftig ins Gewicht fällt.
MEININGEN Der Schulbeginn ist für Familien nicht nur organisatorisch eine Herausforderung, sondern zunehmend auch eine finanzielle Hürde. Ein aktueller Preisvergleich der Arbeiterkammer zeigt: Bei Schulartikeln lohnt sich der Blick auf den Preis besonders. Unterschiede bis zu 101 Prozent sind möglich.
Der Online-Einkaufstest zum Ausprobieren:
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
Arbeiterkammer-Preistest
Zum Beispiel kostete der gleiche Radierer zwischen 0,79 Euro und 1,59 Euro. Ähnlich groß fällt der Unterschied bei einem Alleskleber mit 35 Gramm aus: Die Preise lagen zwischen 1,79 Euro und 3,49 Euro für den gleichen Kleber. Das entspricht einer Preisdifferenz von 95 Prozent. Bei den zwölf Stück Filzstiften lag die Preisspanne ebenfalls weit auseinander: 3,99 Euro im Angebot standen 6,99 Euro in zwei anderen Geschäften gegenüber. Das ist ein Unterschied von 75,2 Prozent.

Gute Schultaschen schlagen zu Buche
Besonders viel Geld müssen Eltern beim Kauf von Schultaschen-Sets ausgeben. Das jeweils günstigste Set kostete heuer je nach Handelskette zwischen rund 60 und 126 Euro. Für das jeweils teuerste Set mussten zwischen rund 80 und 290 Euro bezahlt werden.

Das spürt auch Volkan Kaymak aus Meiningen. Der 31-Jährige ist Vater von drei Kindern, das vierte ist unterwegs. Sohn Paco kommt am 14. September in die Schule. Für Papa Volkan war die Schultasche jene Anschaffung, bei der er am meisten schlucken musste. “Die Schultasche war schon teuer”, sagt Kaymak. Etwa 250 Euro hat die Familie dafür ausgegeben. In seiner eigenen Schulzeit habe man einfach einen Rucksack gekauft. Heute seien Modelle wie Ergobag gefragt und entsprechend teurer. “Aber ich habe gehört, die ist sehr gut für den Rücken.”

Bei der Schultasche hat die Familie deshalb genau hingesehen und Preise verglichen. “Wir haben Preise verglichen und geschaut, was am günstigsten ist. Insgesamt haben wir für die ganze Ausrüstung 350 Euro ausgegeben.”
Schule schreibt Marken vor

Die Höhe der Gesamtkosten hat Kaymak weniger überrascht als die Tatsache, dass Marken Pflicht sind. “Ich habe mit mehr gerechnet, als es wirklich gekostet hat.” Eine Besonderheit ist allerdings die Einkaufsliste der Schule. “Wir haben von der Schule explizit eine Liste bekommen, auf der Stifte, Uhu-Sticks und Bleistiftmarken vorgeschrieben sind.”

Gerade bei Markenprodukten zeigt der AK-Test, wie weit die Preise auseinanderliegen können, und rät gleichzeitig, nicht nur auf den niedrigsten Preis zu schauen. Billigere Filzstifte können schneller austrocknen, Tintenkiller unter Umständen schlechter löschen und Malfarben mit höherem Wasseranteil weniger Farbpigmente enthalten. Langlebige Produkte könnten sich deshalb trotz eines höheren Anschaffungspreises auf Dauer rechnen.
Aktionen machen den Unterschied
Wer vor dem Schulstart einkauft, sollte Angebote im Auge behalten. Bei Interspar waren zum Zeitpunkt der Erhebung fast alle getesteten Produkte in Aktion, wobei sich die Preise dort häufig ändern. Thalia kündigt vor Schulstart einen Rabatt von 20 Prozent auf den gesamten Schuleinkauf an. Generell gilt: Je näher der Schulbeginn rückt, desto mehr Aktionen gibt es.
Staat zahlt mit
Eine finanzielle Unterstützung gibt es auch vom Staat. Das Schulstartgeld beträgt in Österreich 121,40 Euro für jedes Kind zwischen sechs und 15 Jahren und wird automatisch gemeinsam mit der Familienbeihilfe für August ausbezahlt. Für einkommensschwächere Familien gibt es zudem “Schulstartplus”, das ist eine Wertkarte für Schulartikel bei Libro und Pagro.

Für Familie Kaymak sind solche Leistungen hilfreich, reichen allein aber nicht für alle Anschaffungen. Die Schultasche sei eine einmalige Anschaffung für die ersten vier Jahre, und darum könne er mit dem hohen Preis leben.