Leserbrief: Humanistische Bildung wiederbeleben

Leserbriefe / 07.09.2026 • 14:50 Uhr
Leserbrief: Humanistische Bildung wiederbeleben

In seiner Kolumne propagiert Martin Ohneberg eine stärkere Betonung des christlichen Elements im Staat. Bei aller Anerkennung der grandiosen Leistungen kirchlicher Baukunst und Musik: Europa ist es nie schlechter gegangen als zu der Zeit, als der Papst am meisten staatlichen Einfluss hatte („finsteres Mittelalter“, Canossagang). Im arabischen Raum wurden die griechisch-römischen Geniestreiche wie die griechische Philosophie vom Individuum („Hellenismus“) und die römische Idee vom Territorialstaat lange gepflegt, und solange diese Kultur hochgehalten wurde, war das Morgenland kulturell dominierend. Später fand dann in Europa eine Wiederbelebung der griechisch-römischen Kultur („Renaissance“) unter maßgeblichem Einfluss des noch arabisch regierten Teils Spaniens (Granada) statt, mit einem anschließenden fulminanten Aufstieg Europas. Die Konsequenz daraus? Wir müssen die humanistische Bildung wiederbeleben und die Trennung von Staat und Kirche konsequenter durchführen. Wie sagt es auch Jesus? „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“

Dr. Wilfried Ludwig Weh, Bregenz