Leserbrief: Im wahrsten Sinn des Wortes: ein Flächenbrand

Die Deregulierung des Vorarlberger Naturschutzgesetzes beinhaltet eine deutliche Anhebung der Schwellenwerte für Park- und Lagerplätze außerhalb bebauter Gebiete. Doch was passiert, wenn künftig mehrere Flächen knapp unter diesen Grenzen errichtet werden? Ein Parkplatz mit 1999 m² bleibt minimal unter dem Schwellenwert von vorgesehenen 2000 m². Mehrere solcher Plätze können jedoch zusammen eine beträchtliche Fläche beanspruchen – mit Folgen für Boden, Natur, Landschaftsbild und soziales Umfeld. Gerade darin liegt die Gefahr: Was einzeln als „kleiner Eingriff“ erscheint, kann sich in der Summe zu einer massiven Veränderung unserer Landschaft entwickeln. Ohne naturschutzrechtliches Verfahren fehlen wichtige Möglichkeiten, Eingriffe zu begrenzen oder etwa durch Begrünung, Beschattung und geringe Versiegelung abzumildern. Eine Gesetzesänderung darf nicht dazu führen, dass aus vielen „kleinen“ Ausnahmen ein großer Eingriff wird. Wer heute die Büchse der Pandora öffnet, darf sich morgen über die Folgen nicht wundern.
Michael Berchtold, Feldkirch