Leserbrief: Giftmülldeponie am Bahnsteig

Leserbriefe / 11.09.2026 • 13:35 Uhr
Leserbrief: Giftmülldeponie am Bahnsteig

Seit geraumer Zeit besteht ein Rauchverbot auf Österreichs Bahnhöfen, ausgenommen in Zonen mit Aschenbecher. Dem zum Trotz sind Gleiskörper im Haltestellenbereich aller Bahnhöfe mit Millionen von Zigarettenstummeln buchstäblich übersät. Außer Reisenden sind es auch Zugbegleiter, die in den kurzen Haltestellenpausen hastig ein paar Züge neben dem Zug paffen und den Tschik beispielgebend unter den abfahrbereiten Zug werfen. Warum wohl findet man auf den Schweizer Bahnhöfen weniger Giftbomben dieser Art? Haben die Eidgenossen etwa eine Schienenkehrmaschine mit Staubsauger im Einsatz, oder sanktionieren sie Rauchverbote gar mit einer Geldbuße? Bei den ÖBB ist man jedenfalls nicht zu rigorosen Maßnahmen bereit, man will ja nicht Kundschaft und Personal vergraulen. So gelangen bei Niederschlag weiterhin massenhaft hochgiftige und hoch konzentrierte Giftstoffe in den Untergrund und ins Grundwasser, das mancherorts durch Pumpanlagen wieder an die Oberfläche gefördert wird und so wieder neu in den Kreislauf gelangt. Wohl bekomm’s! Kleines Detail nebenbei: Bei der Montafonerbahn ist der Warteraum St. Anton zugesperrt, angeblich wegen Vermüllung. Dennoch zieren Zigarettenkippen den Boden des einstigen Warteraums. Der wurde zum Raucherzimmer für Bahnangestellte umfunktioniert, denn nur solche haben einen Schlüssel dazu.

Edwin Juen, St. Anton im Montafon