Leserbrief: Schule im globalen Wettbewerb

Leserbriefe / 14.09.2026 • 14:43 Uhr
Leserbrief: Schule im globalen Wettbewerb

Als Großvater frage ich mich: Bereitet unser Schulsystem unsere Kinder wirklich auf den globalen Wirtschaftswettbewerb vor? Die jüngste PISA-Studie gibt eine klare Antwort: Österreichs Schüler erreichen in Mathematik 487 Punkte – Taiwan 547, China (Hongkong) 540, Japan 536 und Südkorea 527. Diese Länder investieren konsequent in Leistung, verbindliches Üben und mehr Unterrichtszeit. Bei uns dagegen bleibt nach dem Vormittag viel Zeit ungenutzt, echter Nachmittagsunterricht ist die Ausnahme, nicht die Regel. Das schwächt nicht nur die Bildung unserer Kinder, sondern drängt auch viele Mütter – gerade in Vorarlberg besonders häufig – in Teilzeit, weil verlässliche Nachmittagsbetreuung fehlt. So verlieren wir gleich doppelt an Fachkräften: heute durch fehlende Erwerbsarbeit, morgen durch schlechter ausgebildete Absolventen. Das ist kein Randthema, sondern eine Frage der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Wenn KI und Robotik immer mehr Routineaufgaben übernehmen, entscheidet die Qualität unserer Bildung darüber, ob unsere Wirtschaft mit Ländern wie Japan, Südkorea, Taiwan und China mithalten kann – oder den Anschluss verliert. Freizeit ist wichtig, keine Frage. Aber Bildung braucht Zeit, Disziplin und Anstrengung, nicht in erster Linie Bequemlichkeit. Wer heute zu wenig von unseren Kindern verlangt und zu wenig in Betreuung investiert, verlangt morgen zu viel von unserer Wirtschaft.

Christian Baldauf, Hard