Leserbrief: Diese Sekte ist gekommen, um zu bleiben

Leserbriefe / 17.09.2026 • 15:15 Uhr
Leserbrief: Diese Sekte ist gekommen, um zu bleiben

Erfreulich, dass sich die VN dem Thema „Gottesstaat im Klostertal” widmet. Denn wer in Wald und Dalaas genauer auf die ‚Gemeinde Gottes‘ schaut, sieht ganz klar eine radikale Sekte – unabhängig davon, wie eloquent und harmlos deren geistiger Führer öffentlich auch zu kommunizieren vermag. Offenbar mit finanzieller Unterstützung von außen werden im Klostertal Wohnhäuser und Grundstücke für ihren, so nennen sie es selbst, „Europäischen Hauptsitz“ aufgekauft. Diese Sekte ist gekommen, um zu bleiben. Erstaunlich, dass diese Entwicklung kaum eine Rolle in der Vorarlberger Öffentlichkeit spielt. Dabei sind ihre Botschaften nachweisbar radikal, der Ton in ihren Gottesdiensten aggressiv. Österreichs öffentliche Schulen sind für die ‚Gemeinde Gottes‘ wortwörtlich eine „Werkstätte des Teufels“. Wieso lassen wir diese und andere Verletzungen des Kindeswohls in Österreich zu? Dabei hat sich die Sekte im Ländle angesiedelt, weil sie nur in Österreich die Kinder nach ihren radikalen Vorstellungen unterrichten darf (Deutschland hat dagegen eine Schulpflicht für sechs- bis 15-jährige Kinder). Die Entwicklung im Klostertal ist besorgniserregend. In Wald und Dalaas wächst eine Parallelgesellschaft heran, die sich den Werten der Klostertaler verweigert.

Frank Gerdes, Dalaas/Salzburg