Leserbrief: Rondo-UVP: Eine gute Zukunft lässt sich nicht erstreiten

Die beiden Verhandlungstage zur geplanten Müllverbrennungsanlage, bei denen ich als Bürgerin mit Parteienstellung dabei war, lassen mich nachdenklich zurück. Während das rechtliche Paragrafenwerk immer lauter wurde, verstummte das menschliche Miteinander. Diese Zeilen sind der Versuch, eine Brücke zu bauen. Kaum jemand verschließt sich einer sinnvollen Weiterentwicklung. Doch als Gemeinschaft müssen wir uns fragen, wo die Grenzen liegen. Wirtschaftlicher Erfolg darf nicht losgelöst von der Verantwortung für die Menschen hier sein. Gemeinwohl und Lebensqualität im Walgau sind keine bloße Verhandlungssache, sondern unser Fundament. Gerade die topografische Kessellage und winterliche Inversion zeigen uns deutlich: Wir atmen alle dieselbe Luft. Eine gute Zukunft lässt sich nicht erstreiten – wir können sie nur gemeinsam weben. Der Instanzenweg vom Land bis zum Bundesverwaltungsgerichtshof liefert am Ende ein juristisches Ergebnis – aber Paragrafen allein gestalten keinen zukunftsfähigen Lebensraum. Es geht darum, dass wir einander auch, wenn alles irgendwann vorbei ist, noch ehrlich in die Augen schauen können. An dem Punkt, an dem wir stehen, wäre ein Zusammenkommen aller Parteien meines Erachtens notwendig. In einem mediatorischen Prozess, der seine Zeit bräuchte, könnte eine Lösung entstehen, die allen dient. Oder mit Rumis Worten: Jenseits von Richtig oder Falsch liegt ein Ort. An dem treffen wir uns.
Mag.a Marielle Manahl, Frastanz-Gampelün