Leserbrief: Strafmündig mit zwölf?

Für den Kinder- und Jugendanwalt ist eines ganz klar: Die Herabsetzung der Strafmündigkeit auf 12 Jahre hält er für sinnlos. Vielmehr sollte mehr in ein funktionierendes Kinder- und Jugendhilfesystem investiert werden. Präventionsmaßnahmen bereits im Kindergarten und Unterstützung der Familien von Beginn an: Das sind die Schlüssel für ein gutes Zusammenleben. Das Gegenteil ist der Fall. Denn das Land spart gerade in diesen Bereichen. Und wenn der Landeshauptmann wieder einmal seinen berühmten “Hausverstand” statt Expertenwissen zu Rate zieht, dann kommt das heraus, was er fordert: Senkung der Strafmündigkeit. Soll wahrscheinlich populistisch klingen. Dabei weiß er ganz genau, dass das Strafrecht auf die einzelne Person abzielt. Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe hingegen beziehen die ganze Familie ein. Und wenn man darüber nachdenkt, was eine Haftstrafe mit Menschen machen kann, erübrigt sich jede weitere Diskussion.
Peter Kopf, Hard