Der mit den Enten tanzt

Felix Kieslinger ist am Sonntag mit drei Enten beim Entenrennen in Bludesch dabei.
Dornbirn Es ist immer ein Spektakel, wenn Hunderte quietschgelber Enten aus einer Baggerschaufel in einen Bach gekippt werden, um sich dann an ein Ziel treiben zu lassen. Zweck der Übung: Unterstützung für das Netz für Kinder. Am Sonntag, 11. Oktober, gastiert der Entenzirkus ab 11 Uhr am Schwarzbach in Bludesch. Mittendrin statt nur dabei ist Felix Kieslinger (8) aus Dornbirn. Gemeinsam mit Koordinator Hannes Pfefferkorn darf Felix um 14 Uhr den Startschuss für die bunte Veranstaltung geben. Die Einladung kam überraschend, aber nicht grundlos. Felix ist ein bekennender Entenfan, liebt Badeenten und ganz besonders die spannenden Entenrennen. Damit nicht genug. Aus der Feder des Volksschülers stammen auch zahlreiche Geschichten aus dem Leben einer Rennentenfamilie. Eine Erzählung fand sogar Aufnahme in der „entenpost“, die das Netz für Kinder zum 30-Jahr-Jubiläum auflegte.

Gebhard, Franz und Hanni
Vierzig Geschichten sind es schon, die ersten noch in krakeligen Buchstaben verfasst, die späteren an Mamas Computer. Die Fantasien des aufgeweckten Buben füllen bereits zwei Mappen. Er blättert sie stolz durch. Die 41. Erzählung ist in Arbeit, doch die Fertigstellung muss warten, denn das Entenrennen am Sonntag in Bludesch geht vor. Felix Kieslinger wird Gebhard, Franz und Hanni ins Rennen schicken. Die liebevoll bemalten Enten erinnern an eng verstorbene Verwandte. „So können Uroma, Opa und Onkel auch dabei sein“, sagt Felix.

Die Begeisterung für Enten entbrannte bei Felix mit zwei Jahren. Beflügelt wurde sie von privaten Entenrennen, die bei Bekannten der Familie im Lecknertal stattfanden. Seitdem sammelt er Enten jeder Größe. „Sie schauen so lieb aus“, bemerkt Felix mit spitzbübischem Lächeln. Inzwischen hat sich die Entenfamilie gehörig vergrößert. Seine Lieblingsente ist golden und wird jeden Tag poliert: „Damit sie immer schön glänzt.“ Ab und an muss das Gummivolk aber in ein eigens dafür gebautes Kartonhäuschen, dann nämlich, wenn Mama Carmen mit dem Staubsauger ihre Runden durch die Wohnung dreht.

Kein Mangel an Ideen
Mit dem Schreiben von Entengeschichten begann Felix vor gut zweieinhalb Jahren. „Meine Gota hatte die Grippe. Deshalb schrieb ich ihr eine kleine Geschichte“, erzählt der Bub unbefangen. Sie trug den Titel „Als die Enten Husten hatten“. Es war eine kurze Story. Mit der Zeit wurden die Erzählungen immer ausführlicher. „Die längste Geschichte hat 19 Seiten“, flicht Felix ein, während er nachdenklich durch die Mappen blättert, von denen eine nur noch wenig Platz bietet. „Ich glaube“, sinniert er, „ich wünsche mir zu Weihnachten zwei neue Mappen.“ Auch in der Volksschule Rohrbach ist Felix mit seinen Entengeschichten willkommen. Er freut sich, wenn er eine vorlesen darf. Lehrer und Mitschüler sind ehrlich begeistert. An Ideen mangelt es jedenfalls nicht. Die kommen oft spontan, und dann werden sie in eine Geschichte gegossen.

Felix ist ein kleiner Hansdampf. Er spielt noch Geige und arbeitet jeden zweiten Dienstag ehrenamtlich in der Bücherei Rohrbach mit. Auch Sport, Spiel und Spaß mit seinen Freunden kommen nicht zu kurz. Nach der Volksschule möchte Felix Kieslinger ins BG Dornbirn, weil: „Die machen bei der Lego League mit“, klärt er den Besuch auf. Mama Carmen schmunzelt. Sie kennt ihren Sohn: „Wenn er etwas will, ist ihm keine Arbeit zu viel.“ Später würde er gerne Schriftsteller werden, wobei: Auch Busfahrer käme zumindest derzeit noch infrage. Da kommt es wieder hervor, das unbeschwerte Kind, das Felix trotz aller Umtriebigkeit ist.
Zur Person
Felix Kieslinger
Alter 8 Jahre
Wohnort Dornbirn-Rohrbach
Schule VS Dornbirn-Rohrbach
Familie Eltern Alexander und Carmen Kieslinger
Hobbys Werken mit Holz, Geige spielen, Lesen (Abenteuer- und Detektivgeschichten), Sport (Wandern, Skifahren, Radfahren)